Waldkalkungsbedarf so dringend wie nie zuvor – jetzt handeln

Die ersten Waldzustandsberichte 2020 liegen für sechs Bundesländer vor. Sie zeigen, dass es dem deutschen Wald immer schlechter geht. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Mindestens 16 Prozent aller Waldböden sind derart versauert, dass sie ohne aktive Sanierung durch die Forstwirtschaft längerfristig nicht regenerieren können.
Auf diesen Flächen können nur noch konsequente und mehrmalige Waldkalkungen helfen.
 Ausführliche Informationen finden Sie in der Pressemitteilung im Download (rechts) sowie unter www.waldkalkung.com.

Weltbodentag 2020 plädiert für Biodiversität im Boden

Eine hohe Biodiversität und Bioaktivität im Boden ist ein Indiz für dessen Gesundheit. Dass die Boden-Biodiversität teilweise gefährdet ist, darauf macht der Weltbodentag am 5. Dezember aufmerksam. Regenwürmer, Bakterien und weitere Bodenlebewesen haben insbesondere bei einer sehr starken Versauerung oder Verdichtung der Böden ungünstige Lebensbedingungen. Sie bevorzugen pH-Werte zwischen 6,0 und 7,0 im Boden, finden diese aber zunehmend weniger vor.

Ausführliche Informationen finden Sie in der Pressemitteilung sowie unter www.waldkalkung.com.

Neues DLG-Merkblatt 456 „Hinweise zur Kalkdüngung“

Die DLG hat das 20 Jahre alte DLG-Merkblatt „Hinweise zur Kalkdüngung“ (alte Nr. 353) überarbeitet und nun neu herausgegeben. Das neue Merkblatt hat die Nr. 456 und ist im Internet zu finden unter:

www.dlg.org/de/landwirtschaft/themen/pflanzenbau/pflanzenernaehrung/dlg-merkblatt-456

Dieses Merkblatt bietet Landwirten gute Informationen, um mit Kalkung die „gute fachliche Praxis“ im Ackerbau zu praktizieren. Mit optimalen, bodenartspezifischen Ziel-pH-Werten kann die beste Bodenfruchtbarkeit am jeweiligen Standort erreicht werden.

Kalkung für dauerhafte Bodenfruchtbarkeit

Der neue Film „Kalkung für dauerhafte Bodenfruchtbarkeit“ zeigt auf, warum und wann eine Kalkung sinnvoll ist, und dass sie zur „guten fachlichen Praxis“ im Ackerbau gehört.
Mit optimalen, bodenartspezifischen Ziel-pH-Werten wird die beste Bodenfruchtbarkeit am jeweiligen Standort erreicht.

Den Film können Sie unter folgendem Link in YouTube anschauen: youtu.be/yY4XdASayiM

Neuer Waldkalkungsleitfaden für Sachsen überzeugt

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat aufgrund eigener langjähriger, praktischer und wissenschaft-licher Erfahrungen im Juli 2020 den Leitfaden zur Forstlichen Bodenschutzkalkung in Sachsen neu aufgelegt.

Die Autoren haben das seit 1979 in Deutschland erarbeitete Wissen zu diesem Thema mit konkreten Messreihen und Versuchsergebnissen aus Sachsen anschaulich und klar zusammengefasst. Ergebnisse der BZE II (Bodenzustandserhebung Waldböden) aus Sachsen und viele eigene Forschungsergebnisse belegen die verschiedenen positiven Wirkungen der Bodenschutzkalkung. Sowohl Bodenchemie, Biodiversität als auch die Wasserchemie werden moderat und nachhaltig positiv beeinflusst.

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen sind auch die geschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe interessant. Sie erklären, wie es zu der immissionsbedingten Schadsituation, deren Behebung und zum Umweltmonitoring seit den 1970er Jahren kam.

Aufgrund der langjährigen positiven Erfahrungen wird der Bodenschutzkalkung – neben dem kontinuierlich erfolgenden Waldumbau – eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Sicherung der Multifunktionalität der Waldökosysteme zugesprochen. Daher ist davon auszugehen, dass der Staatsbetrieb Sachsenforst die Bodenschutzkalkung weiterhin als Baustein einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ansieht und einsetzt.

Die vorliegenden Erkenntnisse sind auch auf andere vergleichbare Standortbedingungen übertragbar. Dementsprechend haben Bodenschutzkalkungen das Potenzial, in vielen Gebieten zur Erhaltung der Wälder und der Bodenfunktionen bedarfsgerecht beizutragen.

Der neue Leitfaden ist im Internet frei erhältlich unter dem Link: publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/35803.

Bodenschutzkalkung hilft zur Stabilisierung des Waldes – AFZ-Sonderdruck

Das Thema „Bedeutung von Bodenzustand und Bodenschutz-kalkung für die Walderneuerung im Klimawandel“ ist 2020 in drei Beiträgen in der AFZ publiziert worden. Es ist eine inhaltliche Ergänzung zum Positionspapier des Deutschen Verbands Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.
Dr. Klaus von Wilpert erklärt, warum die aktuellen Waldschäden nicht nur durch Witterungs-extreme zu erklären sind, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch durch die Deposition von Säuren und die dadurch entstandene Bodenversauerung mitverursacht werden.

Auf etwas mehr als 16 % der bundesdeutschen Waldflächen besteht ein Kalkungsbedarf zur Regeneration des natürlichen Bodenzustands und seiner Vielfalt. Dies hat das EnNa-Projekt (Energieholzernte und stoffliche Nachhaltigkeit in Deutschland) gezeigt.

Auf ca. 9 % dieser Flächen sollte zusätzlich die Kaliumernährung der Wälder stabilisiert werden; dies kann durch Beimischung qualitätsgeprüfter Holzasche erfolgen.

Es ist dringend angeraten, Bodenschutzkalkungen als wesentlichen Bestandteil in Strategien zur nachhaltigen Stabilisierung der Wälder im Klimawandel einzubeziehen

Lesen Sie den AFZ-Sonderdruck zur Bedeutung der Boden- und Waldschutzkalkung (s. Download)

Mit Kalk gegen Schwermetalle

Schwermetalllöslichkeit in Abhängigkeit vom pH-Wert

Die Löslichkeit der Schwermetalle im Boden ist pH-Wert abhängig. Bei niedrigen pH-Werten gehen die meisten Schwermetalle verstärkt in Lösungen.
Durch eine pH-Wert Anhebung wird ihre Löslichkeit wesentlich reduziert. Deshalb kann durch eine Kalkdüngung die Löslichkeit von Schwermetallen und ihre Aufnahme durch die Pflanzen entscheidend vermindert werden. Deshalb ist überall, wo Schwermetalle in höheren Konzentration im Boden vorkommen, eine Kalkdüngung und pH-Wert Anhebung zu empfehlen.

Düngekalkstrategie 2035 – „Bodengesundheit mit Kalk“

Die Düngekalkstrategie 2035 zeigt die Wirkung und den Nutzen einer hinreichenden Kalkversorgung und optimaler pH-Werte im Boden.
Diese sind wichtig, damit die Böden in Deutschland als Basis für eine erfolgreiche Acker- und Grünlandnutzung nachhaltig genutzt werden können. Zugleich wird mit einer „Guten fachlichen Kalkungspraxis“ aktiver Bodenschutz betrieben und die Biodiversität gefördert. Daher sollen künftig auf allen landwirtschaftlichen Nutzflächen ein optimaler pH-Wert und eine hinreichende Kalkversorgung gemäß VDLUFA-Standpunkt beachtet werden. Die fachgerechte Kalkung und pH-Wert-Steuerung sollen Bestandteil einer zukunftsorientierten Ackerbau-strategie sein.

Maßnahmen:
Bis 2035 sollen die folgenden Maßnahmen üblich und flächendeckend erfolgen:

1. Regelmäßige Bodenuntersuchungen bei allen landwirtschaftlich genutzten Böden alle 4 Jahre als Basis für eine standortspezifische Kalkbedarfsermittlung. Bei größeren Flächen sind teilflächenspezifische Untersuchungen vorteilhaft und angeraten.

2. Fachgerechte standortspezifische Kalkung auf allen landwirtschaftlich genutzten Böden, um optimale pH-Werte und Kalkversorgung zu erzielen. (lt. VDLUFA Standpunkt „Kalkbedarf von Acker- und Grünlandstandorten“, 2000).

3. Angemessene Beratung und Information über Zusammenhänge von Kalkversorgung und Bodenschutz.

4. Forschungsförderung hinsichtlich der langfristigen ökosystemrelevanten Kalkwirkungen.

5. Förderung von Dauerversuchen zur Prüfung langfristiger Kalkwirkungen.

Film der SKW über Düngekalkproduktion und -Einsatz – Woher kommt der Kalk für die Landwirtschaft?

Die SKW Stickstoffwerke Piesteritz gmbH hat im Rahmen ihres virtuellen Feldtages einen Film über Kalkdüngung erstellt. Darin wird anschaulich und unterhaltsam gezeigt, woher der Düngekalk kommt, wie er produziert wird und warum Ackerböden mit niedrigen pH-Werten gekalkt werden sollen.

In dem Film informiert Dr. Reinhard Müller, Geschäftsleiter der Düngekalk-Hauptgemeinschaft den Fachberater Carsten Koch der SKW Piesteritz.
Link zu dem Film: „Woher kommt der Kalk für den Acker.

Dieser Film wurde mit freudlicher Unterstützung der Rheinkalk Lhoist Germany und dem Kalkwerk Hönnetal realisiert.

Bedeutung der Bodenschutzkalkung im Klimawandel – Podiumsdiskussion bei der IGW 2020

Bedeutung der Bodenschutzkalkung im Klimawandel –  Podiumsdiskussion bei der IGW 2020

Berlin, 17.01.2020. Schon kurz nach der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2020 (IGW) in Berlin diskutierten der Waldbeauftragte der Bundesregierung Cajus Julius Caesar, der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) Georg Schirmbeck und Dr. Klaus von Wilpert, ehemaliger Leiter der Abteilung Boden und Umwelt in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg mit dem Moderator Dr. Reinhard Müller von der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) über die Bedeutung der Bodenschutzkalkung in Zeiten des Klimawandels und im Zusammenhang mit der aktuellen Waldschadensproblematik. Die drei Experten befürworteten einhellig eine kontinuierliche Bodenschutzkalkung auf sehr stark versauerten Waldböden. Dort sei sie weiterhin eine erforderliche Maßnahme, um auch in Zukunft nachhaltige Waldwirtschaft betreiben zu können.

Das in 2018/19 auf über 200.000 Hektar in Deutschland eingesetzte Waldsterben habe wohl in erster Linie mit der außerordentlichen Trockenheit der beiden letzten Jahr zu tun. Aber auch die noch immer sehr starke Versauerung von ca. 40 Prozent der Waldstandorte in Deutschland sei ein gravierender Grund für die Anfälligkeit vieler Bäume. Nur das Zusammenwirken der Vorbelastung der Böden durch Bodenversauerung mit durch den Klimawandel bedingten Extremwetterlagen (Trockenheit) könne die hohe Intensität der aktuellen Schäden erklären, so Dr. von Wilpert. „Belastbare Forschungsergebnisse haben einerseits den Kalkungsbedarf auf über drei Millionen Hektar Wald und andererseits die positiven Wirkungen der Bodenschutzkalkung im Waldboden nachgewiesen“, fasste Dr. von Wilpert die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen.
Georg Schirmbeck benannte im Zusammenhang mit dem aktuellen Waldsterben 2.0  die Maßnahmen, die  seitens der Waldeigentümer aber auch seitens der Bundesländer eingeleitet werden müssen, um die erforderliche Bodenschutzkalkung zu verstärken.

Der Waldbeauftragte Caesar berichtete über die hohe staatliche Förderung und eigene praktische Erfahrungen. Er plädierte für eine schnelle, pragmatische Umsetzung der Bodenschutzkalkung. Die relevanten Institutionen der Bundesländer sollen pragmatische Lösungen finden, damit die Bodenschutzkalkung tatsächlich bedarfsgerecht im Wald ankommt. Waldkalkung müsse ein Bestandteil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftungsstrategie sein. Aus dem interessierten Publikum wurde auch der Wunsch nach einer hundertprozentigen finanziellen Förderung geäußert. Nur so seien die Waldeigentümer in der aktuellen Krisensituation überhaupt in der Lage, Bodenschutzkalkungen durchführen. Mehr Informationen zum Thema Waldkalkung finden Sie auf der Website www.waldkalkung.com.