Optimale Nährstoffeffizienz – Bedeutung der Kalkung bei hohen Düngerpreisen

In den letzten Monaten sind die Preise für N-, P- und K-Mineraldünger außerordentlich stark gestiegen. Viele Landwirte stellen sich nun die Frage, mit wieviel N-, P-, K-Düngung kann ich meine Kulturen düngen, um einerseits die Erträge der nächsten Ernte zu sichern, aber andererseits auch nicht in ein finanzielles Defizit zu geraten, wenn die Preise für die Ernteprodukte eventuell nicht entsprechend hoch ausfallen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Bedeutung der Kalkdüngung neu zu bewerten.

Die Kalkdüngung hat schon in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, seitdem die Dünge-Verordnung die N- und P-Düngung limitieren und der Bodenschutz und die nachhaltige Bodenbewirtschaftung stärker in den Fokus gerückt sind. Denn die Kalkung und Einhaltung der bodenartspezifisch optimalen pH-Werte in den Acker- und Grünlandböden trägt dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit und die Nutzungseffizienz der übrigen Nährstoffe zu optimieren. Altes Wissen und Erfahrungen über den Nutzen einer regelmäßigen Kalkung werden wieder mehr beachtet.

Der Zusammenhang von pH-Wert und Nährstofflöslichkeit im Boden (s. Abb. 1) ist bereits langjähriges Grundlagenwissen. Dies sollte in der Praxis genauer und regelmäßig beachtet werden. Noch immer sind viele Acker- und besonders Grünlandböden nicht im optimalen pH-Wert-Bereich.

Abbildung 1: Abb. 1: Nährstoffverfügbarkeit im Boden in Abhängigkeit vom pH-Wert. (Puhlmann, 2021, Verändert nach Reitsma et al., 2011).

Bei sehr hohen Düngemittelpreisen ist es noch viel wichtiger, dass die Pflanzen die Nährstoffe im Boden möglichst effizient nutzen können. Daher ist den Landwirten eindeutig zu raten, die bodenartspezifisch optimalen pH-Werte gemäß VDLUFA-Standpunkt „Bestimmung des Kalkbedarfs von Acker- und Grünlandböden“ so schnell wie möglich einzuhalten.

Wie hoch kann der Effekt einer Kalkdüngung auf die N-Düngerausnutzung sein?

In einem Forschungsprojekt der letzten Jahre konnte die N-Aufnahme aufgrund der Kalkung durchschnittlich um ca. 6,5 % verbessert werden. In zwei Langzeit-Feldversuchen (Cunnersdorf und Dürnast) erreichten die Kalkvarianten durchschnittlich bis zu 7 % Mehrertrag.

Warum sollten Landwirte nicht beim Kalkeinsatz sparen?

Die Wirkung der Kalkdünger im Vergleich zur Stickstoffdüngung erfolgt langsamer und unscheinbarer, weshalb manche Landwirte eine Vernachlässigung der Kalkung nicht so tragisch sehen. Dabei werden aber die längerfristigen negativen Folgen nicht bedacht oder unterschätzt. Bei nicht optimalen pH-Werten werden mittel- bis langfristig Bodenfruchtbarkeit und Ertragsoptima verschenkt. Und dann ist mehr Aufwand nötig, um den Boden wieder in fruchtbaren Zustand zu bringen.
Nur mit einer bodenartspezifisch guten Kalkversorgung und optimalen pH-Werten der Böden ist eine optimale Bodenfruchtbarkeit und ein Ertragsoptimum gewährleistet.

Eine gute Bodenstruktur, aktives Bodenleben, günstige Wasserinfiltration und Wasserspeicherung sind nur mit einer guten Kalk- und Humusversorgung zu erreichen. Je schwerer und tonreicher der Boden ist, umso wichtiger ist eine gute Kalzium- und Magnesiumversorgung im Boden. Mit einer regelmäßigen, standortangepassten Kalkdüngung leisten die Landwirte einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Bodennutzung und erfüllen einen Teil der guten fachlichen Praxis.

Bodenuntersuchung als Grundlage: Kalkbedarf nicht pauschal festlegen

Die wichtigste Grundlage für eine sinnvolle Kalkung ist eine aktuelle Bodenuntersuchung. Der Kalkbedarf hängt nicht allein vom gemessenen pH-Wert ab, sondern auch von Bodenart, Humusgehalt, Nutzung und Standortbedingungen. Leichte Sandböden benötigen andere Ziel-pH-Werte und Kalkmengen als schwere Lehm- oder Tonböden.
Deshalb sollte die Kalkgabe nicht pauschal erfolgen. Eine Bodenanalyse zeigt, ob lediglich eine Erhaltungskalkung notwendig ist oder ob eine stärkere Aufkalkung erforderlich wird. Bei einer Erhaltungskalkung geht es darum, laufende Kalkverluste auszugleichen. Diese entstehen unter anderem durch Auswaschung, Pflanzenentzug und kalkzehrende Düngung. Bei zu niedrigen pH-Werten kann dagegen eine gezielte Aufkalkung nötig sein, um den Boden wieder in den optimalen Bereich zu bringen.

Auf der Website unter https://naturkalk.de/kalkrechner/   kann der Kalkbedarf ermittelt werden, wenn Bodenart, Humusgehalt und aktueller Ausgangs-pH-Wert bekannt sind.

Rechtzeitige Planung und Organisation: Wenn viele Landwirte kurzfristig kalken wollen, kann die Logistik und termingerechte Lieferung schwierig werden.

Stoppelkalkung nach der Ernte: Das Zeitfenster gezielt nutzen

Die Stoppelkalkung ist ein wichtiger Baustein des Bodenmanagements. Das Zeitfenster nach der Ernte eignet sich besonders gut, weil die Maßnahme praktisch in die Abläufe zwischen Ernte, Stoppelbearbeitung und Herbstbestellung eingebunden werden kann. Entscheidend sind eine aktuelle Bodenuntersuchung, tragfähige Böden, eine passende Kalkmenge und die flache Einarbeitung in den Oberboden. So kann die Kalkung dazu beitragen, pH-Wert, Bodenstruktur, Nährstoffverfügbarkeit und Ertragssicherheit langfristig zu stabilisieren.

Kalklagerung ist als Feldmiete bereits vor der Ernte –  schnelles Ausbringen nach der Ernte (Bild: Johannes Kamptner)

Günstiger Zeitpunkt nach der Ernte

Nach der Getreideernte entsteht auf vielen Ackerflächen ein günstiges Zeitfenster für die Kalkung. Die Flächen sind frei, vorhandene Fahrgassen können genutzt werden und die Maßnahme lässt sich gut mit der anschließenden Stoppelbearbeitung verbinden. Dadurch kann der ausgebrachte Kalk zeitnah in den Oberboden eingemischt werden.

Wichtig ist, dass die Böden ausreichend tragfähig sind! Eine Kalkung sollte nicht bei zu nassen Bedingungen erfolgen, da sonst Bodenverdichtungen entstehen können. Besonders in trockenen Phasen nach der Ernte bietet die Stoppelkalkung daher praktische Vorteile: Die Befahrbarkeit ist häufig besser, die Ausbringung lässt sich flexibel einplanen und die Fläche kann rechtzeitig für die Herbstbestellung vorbereitet werden.

Bodenuntersuchung als Grundlage: Kalkbedarf nicht pauschal festlegen

Die wichtigste Grundlage für eine sinnvolle Kalkung ist eine aktuelle Bodenuntersuchung. Der Kalkbedarf hängt nicht allein vom gemessenen pH-Wert ab, sondern auch von Bodenart, Humusgehalt, Nutzung und Standortbedingungen. Leichte Sandböden benötigen andere Ziel-pH-Werte und Kalkmengen als schwere Lehm- oder Tonböden.
Deshalb sollte die Kalkgabe nicht pauschal erfolgen. Eine Bodenanalyse zeigt, ob lediglich eine Erhaltungskalkung notwendig ist oder ob eine stärkere Aufkalkung erforderlich wird. Bei einer Erhaltungskalkung geht es darum, laufende Kalkverluste auszugleichen. Diese entstehen unter anderem durch Auswaschung, Pflanzenentzug und kalkzehrende Düngung. Bei zu niedrigen pH-Werten kann dagegen eine gezielte Aufkalkung nötig sein, um den Boden wieder in den optimalen Bereich zu bringen.

Auf der Website unter https://naturkalk.de/kalkrechner/  kann der Kalkbedarf ermittelt werden, wenn Bodenart, Humusgehalt und aktueller Ausgangs-pH-Wert bekannt sind.

Wirkung auf Bodenfruchtbarkeit, Struktur und Nährstoffverfügbarkeit

Kalk beeinflusst zentrale Eigenschaften des Bodens. Eine ausreichende Kalkversorgung stabilisiert den pH-Wert und verbessert damit die Verfügbarkeit vieler Nährstoffe. Bei zu niedrigen pH-Werten können Pflanzen bestimmte Nährstoffe schlechter aufnehmen, obwohl sie im Boden vorhanden sind.

Neben der chemischen Wirkung ist auch die physikalische Wirkung wichtig. Calcium unterstützt die Bildung stabiler Bodenkrümel. Dadurch kann die Bodenstruktur verbessert werden, was sich positiv auf Wasseraufnahme, Luftführung, Durchwurzelbarkeit und Bearbeitbarkeit auswirkt. Besonders auf schweren oder verschlämmungsgefährdeten Böden kann Kalk dazu beitragen, die Krümelstabilität zu erhöhen und Erosion sowie Verschlämmung zu vermindern.

Auch das Bodenleben profitiert von einem passenden pH-Wert. Viele Bodenorganismen arbeiten in einem günstigen pH-Bereich aktiver. Damit trägt die Kalkung indirekt auch zur Umsetzung organischer Substanz und zur Nährstoffmobilisierung bei.

Quelle: agrarheute

Flache Einarbeitung: Kalk muss in den wirksamen Bereich gelangen

Nach der Ausbringung des Kalks ist vor allem die anschließende Einarbeitung entscheidend. Der Kalk sollte möglichst gleichmäßig verteilt und anschließend flach in den Oberboden eingemischt werden, zum Beispiel mit Grubber oder Scheibenegge.

Ein direktes tiefes Unterpflügen ist weniger sinnvoll, weil der Kalk dann nicht vorrangig in dem Bereich wirkt, in dem pH-Wert, Keimung, Wurzelentwicklung und Nährstoffverfügbarkeit besonders wichtig sind. Die flache Einarbeitung sorgt dafür, dass der Kalk in der aktiven Bodenzone verteilt wird und dort seine Wirkung entfalten kann.

 

Neben diesen Hauptaspekten spielen auch die Kalkform und die Folgekultur eine Rolle. Kohlensaure Kalke eignen sich vor allem für die regelmäßige Erhaltungskalkung, während schneller wirkende Kalke bei stärkerem Aufkalkungsbedarf oder Strukturproblemen eingesetzt werden können. Besonders kalkbedürftige Kulturen wie Raps, Gerste, Zuckerrüben oder Luzerne profitieren von einem gut eingestellten pH-Wert. Auf sehr uneinheitlichen Flächen kann außerdem eine teilflächenspezifische Kalkung sinnvoll sein, um unterschiedliche Bodenverhältnisse besser zu berücksichtigen.


Im Naturkalk-Newsbeitrag 2025 werden ergänzend zur Stoppelkalkung unter anderem Planung und Logistik, Humusaufbau, Magnesiumversorgung, Kalkkosten und Produktauswahl behandelt; die Details können im Artikel nachgelesen werden: Newsbeitrag 2025: Stoppelkalkung nach der Ernte

 

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Boden, Klima, Wasser sind aktuelle Themen, die auch der Kalkverband Agrar berücksichtigt. Denn eine standortgerechte Versorgung der Böden mit Kalk sorgt für optimale Boden-pH-Werte. Die Rolle einer bedarfsgerechten Kalkung wird im Folgenden weiter vertieft und in einem anschaulichen Video erklärt: Naturkalk für klimastabile Böden

Im vergangenen Jahr haben wir bereits ausführlich über die effiziente Wasserspeicherfähigkeit von Böden in der Landwirtschaft berichtet.

Rechtzeitige Planung und Organisation: Wenn viele Landwirte kurzfristig kalken wollen, kann die Logistik und termingerechte Lieferung schwierig werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DLG-Feldtage 2026 – Besuchen Sie den Kalkverband Agrar am Stand VA13

DLG-Feldtage 2026

Kalkung im Fokus: Bodengesundheit sichtbar machen

DLG-Feldtage 2024

Vom 16. bis 18. Juni 2026 ist der Kalkverband Agrar auf den DLG-Feldtagen in Bernburg vertreten. Sie finden uns am Stand VA13 – dem Treffpunkt rund um Boden, Pflanzen und moderne Kalkdüngung.

Die DLG-Feldtage zählen zu den bedeutendsten Freilandveranstaltungen für modernen Pflanzenbau und innovative Agrartechnik in Deutschland. Unter dem Leitthema „Pflanzenbau out of the Box“ stehen zukunftsorientierte Lösungen für nachhaltige Anbausysteme, Ressourceneffizienz und Bodengesundheit im Mittelpunkt.

Passend dazu richtet der Kalkverband Agrar den Blick auf das Fundament erfolgreicher Pflanzenproduktion: den Boden. Gerade unter den aktuellen agrarischen Rahmenbedingungen gewinnt eine bedarfsgerechte Kalkung weiter an Bedeutung. Sie hilft, Bodenversauerung entgegenzuwirken, die Bodenstruktur zu verbessern und Verschlämmung sowie Erosion zu reduzieren. Gleichzeitig unterstützt Kalk die optimale Ausnutzung von Nährstoffen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Effizienz der Grundnährstoffversorgung.

Praxisnah: Bodenprofil und Demoparzellen

Am Stand erhalten Sie fachliche Informationen, praxisnahe Einblicke und anschauliche Demonstrationen rund um die Kalkdüngung. Ein besonderes Highlight ist das begehbare Bodenprofil.

Dort werden die physikalischen, chemischen und biologischen Zusammenhänge im Boden direkt sichtbar. Der Perspektivwechsel „auf Augenhöhe der Wurzeln“ zeigt, wie eng Bodenstruktur, Durchwurzelung, Wasseraufnahme und Nährstoffverfügbarkeit miteinander verbunden sind.

Demoparzellen zeigen die Unterschiede zwischen optimal und suboptimal versorgten Böden. So wird anschaulich erlebbar, welchen Einfluss Naturkalk auf Bodenqualität, Pflanzenentwicklung und Ertragssicherheit in Landwirtschaft und Forstwirtschaft haben kann.

Austausch rund um Kalkung und Bodengesundheit

Diskutieren Sie mit uns aktuelle pflanzenbauliche Fragestellungen und praktische Lösungsansätze rund um den Ackerboden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bedeutung stabiler Bodenstrukturen, die Verbesserung der Wasseraufnahme und die Rolle der Kalkung für eine nachhaltige Grundnährstoffversorgung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und den gemeinsamen Austausch vor Ort!

Für alle Infos vorab, besuchen Sie gerne unsere Seite zu den DLG-Feldtagen unter folgendem Link: Veranstaltungen: DLG-Feldtage 2026

DLG-Feldtage 2026
16.–18. Juni 2026
Bernburg
Kalkverband Agrar: Stand VA13


Hier der Link zur Download-Datei:

Newsbeitrag: DLG-Feldtage 2026 – Boden und Pflanze im Fokus – Kalkverband Agrar

Jubiläum in mehrfacher Hinsicht – 30 Jahre Kalkungversuch, 60 Jahre Feldversuch und der 30. Feldtag

30. Feldtag in Cunnersdorf

Am 3. Juni 2026 steht in Cunnersdorf (in Sachsen bei Leipzig) ein ganz besonderes Event an: Die landwirtschaftliche Anwendungsforschung der SKW Piesteritz feiert ein Doppeljubiläum. Auf den rund 60 ha umfassenden Versuchsfeldern werden 60 Jahre landwirtschaftliche Anwendungsforschung und gleichzeitig der 30. Cunnersdorfer Feldtag zelebriert.

Die Versuchsstation in Cunnersdorf hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einem der wichtigsten, praxisnahen Treffpunkte für Landwirte, Berater und Agrarwissenschaftler in Deutschland entwickelt. Düngeversuche und Effiziente Lösungen für die Praxis stehen im Vordergrund. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt auch Zukunftstechnologien wie moderne Sensortechniken, präzise Applikationsverfahren sowie Drohnen- und Satellitendaten zur teilflächenspezifischen Düngung integriert.

  • 60 Erntejahre zur Wirkung mineralischer und organischer Düngung, Nährstoffeffizienz und Bodengesundheit.

Dauerversuch zur Kalkung

Unter anderem läuft an dem Standort ein sehr bekannter Kalkformen-Dauerversuch, der bereits seit 1996 durchgeführt wird. Untersucht wird, wie sich verschiedene Kalkformen langfristig auswirken. Ziel ist es, den Boden im optimalen pH-Bereich zu halten – also in dem Bereich, in dem Pflanzen am besten wachsen können. Der Versuch wird mit einer klassischen Fruchtfolge (z. B. Zuckerrübe – Sommergerste – Ackerbohne – Winterweizen – Wintergerste) betrieben.

Kalken gehört seit langem zur guten landwirtschaftlichen Praxis: Ein Boden, der optimal mit Kalk versorgt ist, kann Nährstoffe besser aufnehmen und speichern. Das hilft den Pflanzen zu wachsen und sorgt dafür, dass Dünger effizient genutzt wird.
Kalk gleicht zudem die natürliche Versauerung des Bodens aus. Dadurch verbessert sich die Bodenstruktur, das Bodenleben wird aktiver und Nährstoffe stehen den Pflanzen besser zur Verfügung. Gleichzeitig werden schädliche Stoffe im Boden weniger aufgenommen. Das Ergebnis: gesündere Pflanzen und stabilere Erträge.

Die Ergebnisse der letzten zehn Jahre zeigen klar: Flächen, die regelmäßig gekalkt wurden, bringen fast immer höhere Erträge als Flächen ohne Kalk. Im Durchschnitt liegt der Vorteil bei bis zu 7 % – in einzelnen Jahren sogar deutlich darüber.

Keine negativen Begleiteffekte durch Magnesium: Ein in der landwirtschaftlichen Praxis oft diskutierter „Magnesium-Mythos“ wurde widerlegt: Negative Auswirkungen durch die infolge der Düngung gestiegenen Magnesiumgehalte im Boden konnten im Versuch nicht festgestellt werden. Im Gegenteil: Sie haben sogar zu besseren Erträgen beigetragen. Auch Bodenuntersuchungen bestätigen die Ergebnisse: Besonders bei magnesiumhaltigem Kalk bleibt mehr Magnesium im Boden verfügbar – ein zusätzlicher Vorteil für das Pflanzenwachstum.

Schleichender Verfall ohne Kalk: Während die gekalkten Varianten im optimalen Bereich gehalten werden, wurden die Kontrollparzellen seit 1996 nicht gekalkt. Diese Parzellen weisen nur noch einen pH-Wert von 5,8 (pH-Klasse B = Unterversorgung) auf. Der Versuch verdeutlicht damit, dass Kalkmangelerscheinungen schleichend auftreten.

Nährstoffeffizienz & Düngemittelpreise: Neben dem Ertrag spielt auch die Nutzung des Stickstoffdüngers eine große Rolle. Hier zeigt sich ebenfalls ein Vorteil der Kalkung: Pflanzen können den Stickstoff besser aufnehmen. Das bedeutet, dass mehr vom Dünger tatsächlich in der Pflanze ankommt und weniger verloren geht. Das ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch gut für die Umwelt.

Kalk ist im Vergleich zu anderen Mineraldüngern günstig. Da ein erheblicher Teil des Düngers auf sauren Böden wirkungslos verpufft, liefert der Versuch in Cunnersdorf das stärkste Argument für die Kalkung. In Zeiten unvorhersehbarer und hoher Preise für Stickstoff- und Phosphordünger ist die Kalkung der effektivste Hebel, um teure Mineraldünger einzusparen.

Die über Jahrzehnte gewonnenen Erkenntnisse zeigen zusammengefasst:

  • Mit Kalk wachsen die Pflanzen meist besser als ohne Kalk
  • Je nach Jahr und Kultur sind Mehrerträge von wenigen Prozent bis zu 20 % möglich
  • Besonders gute Ergebnisse zeigen Kalkarten mit Magnesium – sie liefern oft die höchsten Erträge
  • Auch andere Kalkarten wirken positiv
  • Ohne Kalk bleiben die Erträge dauerhaft auf niedrigerem Niveau
  • Die Unterschiede schwanken je nach Wetter – der positive Effekt bleibt aber bestehen

Fazit:
Kalken ist eine einfache, aber sehr wirksame Maßnahme. Wer seinen Boden regelmäßig und passend zum Standort kalkt, sorgt dafür, dass Pflanzen Nährstoffe besser nutzen können – und der Dünger wird effizienter gebraucht. Angesichts hoher Fixkosten und volatiler Düngerpreise ist Kalk historisch gesehen „so wertvoll wie noch nie“, da er mit minimalem finanziellem Einsatz den gesamten betrieblichen Gewinn absichert.

Link zum SKW-Feldtag: https://www.duengerevents.de/?gad_source=1&gad_campaignid=1815817855#home

 

Hier der Link zur Downloar-Datei:

30 Jahre Dauerversuch zur Kalkung_Kalkverband Agrar

DLG-Feldtage 2026

Weltwassertag 2026 – Water and Gender

„Water and Gender“: Wasser, Gleichstellung und nachhaltige Ressourcennutzung

Der Weltwassertag am 22. März 2026 steht unter dem Leitthema „Water and Gender“. Damit rückt die internationale Gemeinschaft die enge Verbindung zwischen Wasserzugang und Geschlechtergerechtigkeit in den Fokus. Nach Einschätzung von UN-Water ist ein gleichberechtigter Zugang zu Wasser sowie die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen eine zentrale Voraussetzung für ein nachhaltiges Wassermanagement und die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele.

Foto: UN-Water/World Water Day (FAO/Daniel Dolidze)

Aktuelle Analysen, unter anderem im Weltwasserbericht der UNESCO, zeigen, dass der Druck auf die globalen Wasserressourcen weiter zunimmt. Klimawandel, steigender Wasserbedarf und zunehmende Nutzungskonflikte führen dazu, dass Wasser regional knapper und ungleich verteilt ist. Besonders in ländlichen Regionen tragen Frauen häufig die Hauptverantwortung für die Wasserversorgung, was direkte Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung hat.

Neben den sozialen Aspekten spielt die Funktionsfähigkeit natürlicher Systeme eine entscheidende Rolle für die Wasserverfügbarkeit. Bereits im Jahr 2024 wurde das Thema effizienter Wasserspeicherung in Böden näher betrachtet. Böden stellen die Schlüsselkomponente im Wasserkreislauf dar. Ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, hängt maßgeblich von Bodenstruktur, Humusgehalt und pH-Wert ab. Gut strukturierte, kalkversorgte Böden weisen eine stabile Krümelstruktur auf, die die Infiltration fördert und die Wasserspeicherung erhöht. Gleichzeitig verbessert eine aktive Bodenbiologie die Porenbildung und damit die Wasserhaltekapazität. Verdichtete oder saure Böden hingegen verlieren diese Funktionen, wodurch Wasser verstärkt oberflächlich abfließt und weniger für Pflanzen verfügbar ist.

Vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme – wie längeren Trockenperioden und intensiveren Starkregenereignissen – gewinnt eine angepasste Bewirtschaftung weiter an Bedeutung. Strukturstabile, biologisch aktive Böden mit ausgeglichenem pH-Wert können Wasser effizienter aufnehmen und speichern. Dadurch lassen sich sowohl Ertragsschwankungen reduzieren als auch Wasserressourcen nachhaltiger nutzen.

Auch stehende Gewässer wie Teiche und Seen leisten einen Beitrag zum Wasserhaushalt und zum lokalen Klima. Sie wirken als Speicher, puffern Abflussdynamiken und tragen durch Verdunstung zur Kühlung bei. Gleichzeitig ist eine stabile Wasserqualität entscheidend für funktionierende aquatische Ökosysteme. Maßnahmen zur pH-Regulierung können hierbei eine wichtige Rolle spielen – ein Leitfaden dazu unter naturkalk.de/einsatzgebiete/teich/.

Der Weltwassertag 2026 verdeutlicht die enge Verknüpfung von sozialen, ökologischen und landwirtschaftlichen Fragestellungen. Eine nachhaltige Sicherung der Ressource Wasser erfordert sowohl gerechte Zugangsstrukturen als auch leistungsfähige Böden und intakte Ökosysteme als Grundlage des Wasserhaushalts.

Weiterführende Informationen zum Weltwassertag finden Sie hier:

Wald als Wasserspeicher – zum Tag des Waldes

Kalkeinsatz in Gewässern – Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V.

https://www.weltwassertag.com/

 

Newsbeitrag zum Download:

Weltwassertag 2026 – „Water and Gender“: Wasser, Gleichstellung und nachhaltige Ressourcennutzung (Kalkverband Agrar)

Bodenschutzpreis 2025 – Hessen

Gemeinsame Pressemitteilung

 

Boden schützen. Wälder stärken. Zukunft sichern. – Minister Jung nimmt Bodenschutzpreis von DFWR und Kalkverband Agrar entgegen

Berlin, 4. März 2026 – Der Bodenschutzpreis 2025 des Kalkverbandes Agrar im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. und des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. (DFWR) geht an das Bundesland Hessen. Im Rahmen eines parlamentarischen Abends in Berlin wurde der hessische Minister Ingmar Jung für das besondere Engagement des Landes im klimaresilienten Waldmanagement und bei der Umsetzung der Bodenschutzkalkung im Wald ausgezeichnet.

Der Preis würdigt Maßnahmen mit positivem Mehrwert für Praxis, Wissenschaft und gesellschaftspolitische Fragen zum Schutz des Bodens und der darauf wachsenden Pflanzen und Bäume. Viele Waldböden in Deutschland sind weiterhin durch historische Schadstoffeinträge und die Folgen des Klimawandels belastet. Die Bodenschutzkalkung trägt dazu bei, Versauerung auszugleichen, die Aktivität von Bodenorganismen zu fördern und die Vitalität der Wälder langfristig zu stabilisieren. Hessen setzt hierbei auf eine fachlich fundierte, bedarfsgerechte Umsetzung und stärkt so die Widerstandskraft seiner Wälder.

Christian Haase, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, erklärte: „Der Zustand unserer Wälder ist ein Weckruf. Wer den Waldboden vernachlässigt, gefährdet die Zukunft des Waldes. Hessen zeigt mit der konsequenten Bodenschutzkalkung, dass verantwortungsvolle Politik handelt, statt abzuwarten. Bodenschutz ist aktiver Klimaschutz – und eine Investition in die Widerstandskraft unserer Wälder, in Biodiversität, sauberes Wasser und nachhaltige Holzversorgung. Dieses Engagement setzt Maßstäbe.“

Ingmar Jung, Forstminister des Landes Hessen, sagte:Der Bodenschutzpreis ist für uns als Land Hessen Anerkennung und Ansporn zugleich. Die Auszeichnung bestätigt den Weg, den wir in Hessen gemeinsam mit der forstlichen Praxis, unseren privaten und kommunalen Waldbesitzern, der Wissenschaft und der Verwaltung gehen: Wir verstehen den Schutz des Waldbodens als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Forstwirtschaft und als Grundlage unseres Waldökosystems. Diesen Ansatz wollen wir künftig weiterentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Bodenschutz weiter stärken. Wir richten den Blick konsequent auf die langfristigen Wirkungen, denn die Zukunft unserer Wälder entscheidet sich nicht allein in den Baumkronen. Sie entscheidet sich auch im Boden.

 

Rolf Werner, Vorsitzender des Kalkverbandes Agrar im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V., betonte: „Es ist wichtig, vor allem die Privatwaldbesitzenden mit fachlichen Informationen zu unterstützen. Zudem sind finanzielle Förderprogramme notwendig, um eine breite Umsetzung von Waldfördermaßnahmen zu erreichen. Hierzu zählt auch die Bodenschutzkalkung. Denn nur langfristig intakte Böden können mit Extremsituationen wie Starkregen umgehen und eine Grundlage für gesunde Bäume bieten. Gezielte Bodenschutzkalkungen sind essenziell, damit die Böden mindestens auf einem Vitalitätsniveau gehalten werden können.“

 

Einen fachlichen Impuls setzt Herr Stefan Nowack vom Landesbetrieb HessenForst aus Hessen. In seinem Vortrag mit dem Titel „Bedeutung des Bodenschutzes und der Bodenschutzkalkung in den Wäldern Heesens“ erläuterte er die Herausforderungen zur Bewirtschaftung unserer Wälder und die Aufgabenstellungen für die Zukunft. Auch die Bodenschutzkalkung ist ein wichtiger Baustein für zukunftsfähige und vitale Waldböden. Insbesondere, weil neue Stressfaktoren für die Waldökosysteme durch den Klimawandel hinzukommen. Ebenso wichtig ist es, dass die Länder die Kalkung fördern, denn alle Waldbesitzarten tragen den Generationenvertrag mit, so der Experte.

Stefan Nowack, HessenForst

Bitte beachten Sie das beigefügte Pressefoto zu Ihrer freien Verwendung. Bildnachweis: Siefker/DFWR (Dr. Alexander Schmithausen, Geschäftsführer Kalkverband Agrar; Rolf Werner, Vorsitzender Kalkverband Agrar; Christian Haase, Präsident DFWR; Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat; Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)

Die Bodenschutzkalkung ist ein zentraler Baustein verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung. DFWR und Kalkverband Agrar sprechen sich dafür aus, die Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) kontinuierlich fortzuführen, um die Stabilität der Waldböden langfristig zu sichern.

 

 

Der Kalkverband Agrar ist eine selbständige Fachabteilung im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. Der Kalkverband Agrar ist zuständig für alle Fragen der Kalkanwendung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft einschließlich Futterkalk sowie Teichwirtschaft. Sie wird von den Mitgliedsfirmen getragen, die Düngekalk und Futterkalk produzieren und/oder an die Land- und Forstwirtschaft liefern.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die Stimme für rund zwei Millionen private und öffentliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die die Fläche von etwa 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland nachhaltig pflegen und bewirtschaften. Die Mitgliedsorganisationen des DFWR vertreten den Privat-, Staats- und Körperschaftswald, die Forstwissenschaft, die mit der Forstwirtschaft verbundenen berufsständischen Verbände und weitere mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft befasste Organisationen.

Die Pressemitteilung des DFWR finden Sie hier: https://www.dfwr.de/pressemitteilungen/bodenschutzpreis-geht-nach-hessen/

 

Weitere Informationen zur Waldkalkung und zu aktuellen forstlichen Themen finden Sie auf www.waldkalkung.com.

Grünlandpflege im Fokus: Kalk als Basis der Grundnährstoffversorgung

Zur Produktion von hochwertigem Grundfutter wird ein gezieltes Grünlandmanagement immer wichtiger. Ein zentraler Faktor dabei ist die stabile Kalkversorgung, da sie den Boden-pH-Wert reguliert und damit direkt Nährstoffverfügbarkeit, Bodenstruktur, Wasserhaushalt und biologische Aktivität beeinflusst. Nur bei einem pH-Wert im empfohlenen Bereich (mindestens Versorgungsstufe C nach VDLUFA) können leistungsfähige Gräserbestände erhalten und Ertrag sowie Futterqualität langfristig gesichert werden.

Gerade unter den heutigen Bewirtschaftungsbedingungen mit zunehmenden Witterungsextremen wie längeren Trockenphasen, Starkregen und höheren Temperaturen gewinnt Kalk weiter an Bedeutung. Gut gekalkte Böden nehmen Wasser schneller auf, speichern es besser und bleiben gleichzeitig tragfähig und gut durchlüftet. Das reduziert Staunässe, Verdichtungen und Narbenschäden und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Grünlands gegenüber Stresssituationen.

Ein Großteil der Grünlandflächen in Deutschland sind mit Kalk unterversorgt. Rund
60 % der Flächen weisen eine deutliche Bodenversauerung auf und benötigen eine Gesundungskalkung, weitere etwa 25 % eine Erhaltungskalkung. Nur ein kleiner Teil der Flächen ist aktuell ausreichend versorgt. Ursache sind unter anderem hohe jährliche Calciumverluste durch Auswaschung (bis 300 kg CaO/ha, auf bindigen Böden sogar bis 450 kg CaO/ha). Ohne regelmäßige Kalkausbringung sinkt der pH-Wert weiter ab.

Ein Kalkmangel wirkt sich negativ auf die Bestandszusammensetzung aus: wertvolle Futtergräser und Klee reagieren empfindlich auf saure Böden, während minderwertige Arten zunehmen. Erste Schadbilder zeigen sich häufig in Senken mit erhöhter Auswaschung sowie durch gehemmtes Wurzelwachstum und eine instabile Grasnarbe.

Kalk verbessert nicht nur den pH-Wert, sondern auch die Krümel- und Aggregatstabilität, fördert die Durchwurzelbarkeit und steigert die Aktivität des Bodenlebens. Dadurch werden Stickstoff, Phosphor und Magnesium besser verfügbar und die Stickstoffeffizienz erhöht. Gleichzeitig wird der Boden weniger verschlämmungs- und verdichtungsanfällig.

Für die Praxis:

  • Die Kalkmenge richtet sich nach Bodenart und analysiertem pH-Wert
    –> Kalkmenge unter https://naturkalk.de/kalkrechner/ bestimmen
  • Empfohlene pH-Werte im Grünland liegen etwa eine Stufe niedriger als im Ackerbau (ca. pH 5,0 auf Sand bis pH 6,3 auf schweren Böden)
  • Kohlensaure, möglichst magnesiumhaltige Kalke sind für eine Frühjahrskalkung, vor der Hauptwachstumsphase sinnvoll; langsame und nachhaltige Wirkung
  • Eine Herbstkalkung ist bodenschonend und ermöglicht eine gleichmäßige Umsetzung
  • Kalk sollte zeitlich getrennt von Stickstoffdüngern ausgebracht werden, um Verluste zu vermeiden, und nur bei tragfähigen, frost- und staunässefreien Böden erfolgen

Eine standortangepasste Kalkung – idealerweise kombiniert mit Maßnahmen zum Humusaufbau – ist damit eine zentrale Stellschraube für Bodenfruchtbarkeit, Bestandsstabilität und die Anpassung des Grünlands an den Klimawandel.

Weltbodentag 2025 – Bedeutung gesunder Böden am Tag des Bodens

Weltbodentag 2025 – Kalkverband Agrar betont Bedeutung gesunder Böden

Köln, 5. Dezember 2025 – Zum Weltbodentag am 5. Dezember 2025 macht der Kalkverband Agrar auf die zentrale Bedeutung gesunder Böden für Klimaschutz, Lebensmittelproduktion und Artenvielfalt aufmerksam. „Gesunde Böden sind unser kostbarstes Gut“, erklärt Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar. „Am Weltbodentag wird diese begrenzte Ressource auch international ins Bewusstsein gerückt.“

Der Boden des Jahres 2026

Am Weltbodentag wird traditionell der Boden des Jahres für das Folgejahr ernannt. Nach den Waldböden in 2024 gehörte das Jahr 2025 der Rendzina – ein flachgründiger Kalksteinboden. Sie wird nun abgelöst: Archivböden sind Boden des Jahres 2026; und das aus gutem Grund: Archivböden speichern wertvolle Informationen über die Natur- und Kulturgeschichte unserer Landschaft und enthalten Zeugnisse früherer Landnutzung, Klimaentwicklung oder auch Siedlungsaktivitäten. „Sie sollten als Motivation und Ansporn dienen, auch heute mit der richtigen Bewirtschaftung und Pflege für langfristig intakte Böden zu sorgen“, erklärt Schmithausen.

Bodenschutz als zentrale Aufgabe

Nur gesunde Böden sind in der Lage, Extremsituationen wie Starkregen abzupuffern. Sie bilden eine Grundlage für gesunden Forst und ertragreiche Landwirtschaft. Versauerung, Nährstoffverluste und Bodenerosion gefährden diese Funktionen. Bodenschutzkalkungen im Wald sind eine Möglichkeit, strapazierte Böden zu stärken: „Der im Wald ausgebrachte Kalk neutralisiert Säuren im Boden – hierdurch werden die natürlichen Funktionen von durch Versauerung geschädigten Böden wieder aktiviert“, erklärt Schmithausen. Klein- und kleinstwaldbesitzende Eigentümer von Waldflächen können dabei von EU-Förderungen profitieren – bis zu 90 % (teilweise auch 100 %).

Bodenschutzpreis 2025 im März 2026

Gemeinsam mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) wird der Kalkverband Agrar am 4. März 2026 den Bodenschutzpreis vergeben. Die Auszeichnung ehrt Projekte, die sich in besonderer Weise für nachhaltigen Bodenschutz einsetzen. In 2024 ging die Auszeichnung nach Rheinland-Pfalz, wo sich Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder in besonderer Weise für den Schutz der Waldböden engagierte.

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Nützliche Links:

Website zum Weltbodentag

Der Boden des Jahres 2025

Podcast Bodengesundheit und Klimawandel_Agritechnica_FACH.CREATOR.EVENT

Kalkverband Agrar in den Medien: Podcast DLG-Mitteilungen und Präsenz auf der Agritechnica sowie dem FACH.CREATOR.EVENT

Kalkung im Fokus – Kalkverband Agrar im Dialog mit der Landwirtschaft

Der November war für den Kalkverband Agrar ein ereignisreicher Monat voller Begegnungen, fachlicher Impulse und wirkungsstarker Formate – von der mehrtägigen Präsenz auf der Agritechnica bis hin zur Podcast-Aufnahme boten sich spannende Möglichkeiten für Gespräche rund um die Bodengesundheit.

Details zum Kooperationsstand auf der Agritechnica

Im Podcast: Kalkung neu gedacht

Pünktlich zum Messestart in Hannover erschien eine neue Podcast-Folge der DLG-Mitteilungen. Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar sprach darin mit Florian Ebertseder, LfL, über die Rolle der Bodenkalkung in Zeiten des Klimawandels. Im Zwiegespräch teilten die Experten ihr Wissen und boten spannende Einblicke in die optimale Kalkung auf dem Acker, die nicht nur für die Bodenstruktur, Wasseraufnahme und das Wasserhaltevermögen von Bedeutung ist, sondern auch für stabile Erträge (Der Link zum Podcast).

Kalkverband Agrar auf der Agritechnica 2025

Unter dem Motto „Bodengesundheit sichern – Zukunft gestalten“ informierte der Kalkverband Agrar außerdem vom 9. bis 15. November 2025 über die zentrale Rolle von Kalk in der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung – gemeinsam mit weiteren Partnern am DLG-Spotlight „Soil Health“ auf der Agritechnica. Zahlreiche Interessentinnen und Interessenten informierten sich am Stand über die Bedeutung der Kalkung für die pH-Regulierung, Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur.

Dank sogenannter Rhizotrone, transparenter Wurzelkästen, konnten die Besucherinnen und Besucher in den Boden eintauchen: Durch die Plexiglasscheiben kann man verfolgen, wie sich die Wurzeln unterirdisch ausbreiten und auf unterschiedliche Standortbedingungen reagieren. „Wir freuen uns, dass uns auf der Messe so großes Interesse rund um das Thema Kalkung begegnete. Unsere Besucherinnen und Besucher konnten am Stand erleben, wie sie die Vitalität ihrer Böden fördern können“, hält Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar fest. Ein besonderes Highlight war der Besuch der FACH.CREATOREN – eine Gruppe von elf technikbegeisterten Agrarinfluencern, die ihre Eindrücke und Erlebnisse direkt auf ihren Social-Media-Kanälen teilten. „Je mehr Landwirtinnen und Landwirte Wissenswertes über die Bedeutung der Kalkung für ihre Böden erfahren, desto besser“, betont Schmithausen.

Instagramreel zu Tag 3 – Field meets Tech: Smart. Soil. Solutions.

Fach.Creator.Event goes AGRITECHNICA 2025 – Smarte Lösungen treffen echte Ackerbauprofis