Bodenschutzpreis 2025 – Hessen

Gemeinsame Pressemitteilung

 

Boden schützen. Wälder stärken. Zukunft sichern. – Minister Jung nimmt Bodenschutzpreis von DFWR und Kalkverband Agrar entgegen

Berlin, 4. März 2026 – Der Bodenschutzpreis 2025 des Kalkverbandes Agrar im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. und des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. (DFWR) geht an das Bundesland Hessen. Im Rahmen eines parlamentarischen Abends in Berlin wurde der hessische Minister Ingmar Jung für das besondere Engagement des Landes im klimaresilienten Waldmanagement und bei der Umsetzung der Bodenschutzkalkung im Wald ausgezeichnet.

Der Preis würdigt Maßnahmen mit positivem Mehrwert für Praxis, Wissenschaft und gesellschaftspolitische Fragen zum Schutz des Bodens und der darauf wachsenden Pflanzen und Bäume. Viele Waldböden in Deutschland sind weiterhin durch historische Schadstoffeinträge und die Folgen des Klimawandels belastet. Die Bodenschutzkalkung trägt dazu bei, Versauerung auszugleichen, die Aktivität von Bodenorganismen zu fördern und die Vitalität der Wälder langfristig zu stabilisieren. Hessen setzt hierbei auf eine fachlich fundierte, bedarfsgerechte Umsetzung und stärkt so die Widerstandskraft seiner Wälder.

Christian Haase, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, erklärte: „Der Zustand unserer Wälder ist ein Weckruf. Wer den Waldboden vernachlässigt, gefährdet die Zukunft des Waldes. Hessen zeigt mit der konsequenten Bodenschutzkalkung, dass verantwortungsvolle Politik handelt, statt abzuwarten. Bodenschutz ist aktiver Klimaschutz – und eine Investition in die Widerstandskraft unserer Wälder, in Biodiversität, sauberes Wasser und nachhaltige Holzversorgung. Dieses Engagement setzt Maßstäbe.“

Ingmar Jung, Forstminister des Landes Hessen, sagte:Der Bodenschutzpreis ist für uns als Land Hessen Anerkennung und Ansporn zugleich. Die Auszeichnung bestätigt den Weg, den wir in Hessen gemeinsam mit der forstlichen Praxis, unseren privaten und kommunalen Waldbesitzern, der Wissenschaft und der Verwaltung gehen: Wir verstehen den Schutz des Waldbodens als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Forstwirtschaft und als Grundlage unseres Waldökosystems. Diesen Ansatz wollen wir künftig weiterentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Bodenschutz weiter stärken. Wir richten den Blick konsequent auf die langfristigen Wirkungen, denn die Zukunft unserer Wälder entscheidet sich nicht allein in den Baumkronen. Sie entscheidet sich auch im Boden.

 

Rolf Werner, Vorsitzender des Kalkverbandes Agrar im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V., betonte: „Es ist wichtig, vor allem die Privatwaldbesitzenden mit fachlichen Informationen zu unterstützen. Zudem sind finanzielle Förderprogramme notwendig, um eine breite Umsetzung von Waldfördermaßnahmen zu erreichen. Hierzu zählt auch die Bodenschutzkalkung. Denn nur langfristig intakte Böden können mit Extremsituationen wie Starkregen umgehen und eine Grundlage für gesunde Bäume bieten. Gezielte Bodenschutzkalkungen sind essenziell, damit die Böden mindestens auf einem Vitalitätsniveau gehalten werden können.“

 

Einen fachlichen Impuls setzt Herr Stefan Nowack vom Landesbetrieb HessenForst aus Hessen. In seinem Vortrag mit dem Titel „Bedeutung des Bodenschutzes und der Bodenschutzkalkung in den Wäldern Heesens“ erläuterte er die Herausforderungen zur Bewirtschaftung unserer Wälder und die Aufgabenstellungen für die Zukunft. Auch die Bodenschutzkalkung ist ein wichtiger Baustein für zukunftsfähige und vitale Waldböden. Insbesondere, weil neue Stressfaktoren für die Waldökosysteme durch den Klimawandel hinzukommen. Ebenso wichtig ist es, dass die Länder die Kalkung fördern, denn alle Waldbesitzarten tragen den Generationenvertrag mit, so der Experte.

Stefan Nowack, HessenForst

Bitte beachten Sie das beigefügte Pressefoto zu Ihrer freien Verwendung. Bildnachweis: Siefker/DFWR (Dr. Alexander Schmithausen, Geschäftsführer Kalkverband Agrar; Rolf Werner, Vorsitzender Kalkverband Agrar; Christian Haase, Präsident DFWR; Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat; Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)

Die Bodenschutzkalkung ist ein zentraler Baustein verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung. DFWR und Kalkverband Agrar sprechen sich dafür aus, die Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) kontinuierlich fortzuführen, um die Stabilität der Waldböden langfristig zu sichern.

 

 

Der Kalkverband Agrar ist eine selbständige Fachabteilung im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. Der Kalkverband Agrar ist zuständig für alle Fragen der Kalkanwendung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft einschließlich Futterkalk sowie Teichwirtschaft. Sie wird von den Mitgliedsfirmen getragen, die Düngekalk und Futterkalk produzieren und/oder an die Land- und Forstwirtschaft liefern.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die Stimme für rund zwei Millionen private und öffentliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die die Fläche von etwa 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland nachhaltig pflegen und bewirtschaften. Die Mitgliedsorganisationen des DFWR vertreten den Privat-, Staats- und Körperschaftswald, die Forstwissenschaft, die mit der Forstwirtschaft verbundenen berufsständischen Verbände und weitere mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft befasste Organisationen.

Die Pressemitteilung des DFWR finden Sie hier: https://www.dfwr.de/pressemitteilungen/bodenschutzpreis-geht-nach-hessen/

 

Weitere Informationen zur Waldkalkung und zu aktuellen forstlichen Themen finden Sie auf www.waldkalkung.com.

Grünlandpflege im Fokus: Kalk als Basis der Grundnährstoffversorgung

Zur Produktion von hochwertigem Grundfutter wird ein gezieltes Grünlandmanagement immer wichtiger. Ein zentraler Faktor dabei ist die stabile Kalkversorgung, da sie den Boden-pH-Wert reguliert und damit direkt Nährstoffverfügbarkeit, Bodenstruktur, Wasserhaushalt und biologische Aktivität beeinflusst. Nur bei einem pH-Wert im empfohlenen Bereich (mindestens Versorgungsstufe C nach VDLUFA) können leistungsfähige Gräserbestände erhalten und Ertrag sowie Futterqualität langfristig gesichert werden.

Gerade unter den heutigen Bewirtschaftungsbedingungen mit zunehmenden Witterungsextremen wie längeren Trockenphasen, Starkregen und höheren Temperaturen gewinnt Kalk weiter an Bedeutung. Gut gekalkte Böden nehmen Wasser schneller auf, speichern es besser und bleiben gleichzeitig tragfähig und gut durchlüftet. Das reduziert Staunässe, Verdichtungen und Narbenschäden und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Grünlands gegenüber Stresssituationen.

Ein Großteil der Grünlandflächen in Deutschland sind mit Kalk unterversorgt. Rund
60 % der Flächen weisen eine deutliche Bodenversauerung auf und benötigen eine Gesundungskalkung, weitere etwa 25 % eine Erhaltungskalkung. Nur ein kleiner Teil der Flächen ist aktuell ausreichend versorgt. Ursache sind unter anderem hohe jährliche Calciumverluste durch Auswaschung (bis 300 kg CaO/ha, auf bindigen Böden sogar bis 450 kg CaO/ha). Ohne regelmäßige Kalkausbringung sinkt der pH-Wert weiter ab.

Ein Kalkmangel wirkt sich negativ auf die Bestandszusammensetzung aus: wertvolle Futtergräser und Klee reagieren empfindlich auf saure Böden, während minderwertige Arten zunehmen. Erste Schadbilder zeigen sich häufig in Senken mit erhöhter Auswaschung sowie durch gehemmtes Wurzelwachstum und eine instabile Grasnarbe.

Kalk verbessert nicht nur den pH-Wert, sondern auch die Krümel- und Aggregatstabilität, fördert die Durchwurzelbarkeit und steigert die Aktivität des Bodenlebens. Dadurch werden Stickstoff, Phosphor und Magnesium besser verfügbar und die Stickstoffeffizienz erhöht. Gleichzeitig wird der Boden weniger verschlämmungs- und verdichtungsanfällig.

Für die Praxis:

  • Die Kalkmenge richtet sich nach Bodenart und analysiertem pH-Wert
    –> Kalkmenge unter https://naturkalk.de/kalkrechner/ bestimmen
  • Empfohlene pH-Werte im Grünland liegen etwa eine Stufe niedriger als im Ackerbau (ca. pH 5,0 auf Sand bis pH 6,3 auf schweren Böden)
  • Kohlensaure, möglichst magnesiumhaltige Kalke sind für eine Frühjahrskalkung, vor der Hauptwachstumsphase sinnvoll; langsame und nachhaltige Wirkung
  • Eine Herbstkalkung ist bodenschonend und ermöglicht eine gleichmäßige Umsetzung
  • Kalk sollte zeitlich getrennt von Stickstoffdüngern ausgebracht werden, um Verluste zu vermeiden, und nur bei tragfähigen, frost- und staunässefreien Böden erfolgen

Eine standortangepasste Kalkung – idealerweise kombiniert mit Maßnahmen zum Humusaufbau – ist damit eine zentrale Stellschraube für Bodenfruchtbarkeit, Bestandsstabilität und die Anpassung des Grünlands an den Klimawandel.

Weltbodentag 2025 – Bedeutung gesunder Böden am Tag des Bodens

Weltbodentag 2025 – Kalkverband Agrar betont Bedeutung gesunder Böden

Köln, 5. Dezember 2025 – Zum Weltbodentag am 5. Dezember 2025 macht der Kalkverband Agrar auf die zentrale Bedeutung gesunder Böden für Klimaschutz, Lebensmittelproduktion und Artenvielfalt aufmerksam. „Gesunde Böden sind unser kostbarstes Gut“, erklärt Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar. „Am Weltbodentag wird diese begrenzte Ressource auch international ins Bewusstsein gerückt.“

Der Boden des Jahres 2026

Am Weltbodentag wird traditionell der Boden des Jahres für das Folgejahr ernannt. Nach den Waldböden in 2024 gehörte das Jahr 2025 der Rendzina – ein flachgründiger Kalksteinboden. Sie wird nun abgelöst: Archivböden sind Boden des Jahres 2026; und das aus gutem Grund: Archivböden speichern wertvolle Informationen über die Natur- und Kulturgeschichte unserer Landschaft und enthalten Zeugnisse früherer Landnutzung, Klimaentwicklung oder auch Siedlungsaktivitäten. „Sie sollten als Motivation und Ansporn dienen, auch heute mit der richtigen Bewirtschaftung und Pflege für langfristig intakte Böden zu sorgen“, erklärt Schmithausen.

Bodenschutz als zentrale Aufgabe

Nur gesunde Böden sind in der Lage, Extremsituationen wie Starkregen abzupuffern. Sie bilden eine Grundlage für gesunden Forst und ertragreiche Landwirtschaft. Versauerung, Nährstoffverluste und Bodenerosion gefährden diese Funktionen. Bodenschutzkalkungen im Wald sind eine Möglichkeit, strapazierte Böden zu stärken: „Der im Wald ausgebrachte Kalk neutralisiert Säuren im Boden – hierdurch werden die natürlichen Funktionen von durch Versauerung geschädigten Böden wieder aktiviert“, erklärt Schmithausen. Klein- und kleinstwaldbesitzende Eigentümer von Waldflächen können dabei von EU-Förderungen profitieren – bis zu 90 % (teilweise auch 100 %).

Bodenschutzpreis 2025 im März 2026

Gemeinsam mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) wird der Kalkverband Agrar am 4. März 2026 den Bodenschutzpreis vergeben. Die Auszeichnung ehrt Projekte, die sich in besonderer Weise für nachhaltigen Bodenschutz einsetzen. In 2024 ging die Auszeichnung nach Rheinland-Pfalz, wo sich Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder in besonderer Weise für den Schutz der Waldböden engagierte.

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Nützliche Links:

Website zum Weltbodentag

Der Boden des Jahres 2025

Podcast Bodengesundheit und Klimawandel_Agritechnica_FACH.CREATOR.EVENT

Kalkverband Agrar in den Medien: Podcast DLG-Mitteilungen und Präsenz auf der Agritechnica sowie dem FACH.CREATOR.EVENT

Kalkung im Fokus – Kalkverband Agrar im Dialog mit der Landwirtschaft

Der November war für den Kalkverband Agrar ein ereignisreicher Monat voller Begegnungen, fachlicher Impulse und wirkungsstarker Formate – von der mehrtägigen Präsenz auf der Agritechnica bis hin zur Podcast-Aufnahme boten sich spannende Möglichkeiten für Gespräche rund um die Bodengesundheit.

Details zum Kooperationsstand auf der Agritechnica

Im Podcast: Kalkung neu gedacht

Pünktlich zum Messestart in Hannover erschien eine neue Podcast-Folge der DLG-Mitteilungen. Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar sprach darin mit Florian Ebertseder, LfL, über die Rolle der Bodenkalkung in Zeiten des Klimawandels. Im Zwiegespräch teilten die Experten ihr Wissen und boten spannende Einblicke in die optimale Kalkung auf dem Acker, die nicht nur für die Bodenstruktur, Wasseraufnahme und das Wasserhaltevermögen von Bedeutung ist, sondern auch für stabile Erträge (Der Link zum Podcast).

Kalkverband Agrar auf der Agritechnica 2025

Unter dem Motto „Bodengesundheit sichern – Zukunft gestalten“ informierte der Kalkverband Agrar außerdem vom 9. bis 15. November 2025 über die zentrale Rolle von Kalk in der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung – gemeinsam mit weiteren Partnern am DLG-Spotlight „Soil Health“ auf der Agritechnica. Zahlreiche Interessentinnen und Interessenten informierten sich am Stand über die Bedeutung der Kalkung für die pH-Regulierung, Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur.

Dank sogenannter Rhizotrone, transparenter Wurzelkästen, konnten die Besucherinnen und Besucher in den Boden eintauchen: Durch die Plexiglasscheiben kann man verfolgen, wie sich die Wurzeln unterirdisch ausbreiten und auf unterschiedliche Standortbedingungen reagieren. „Wir freuen uns, dass uns auf der Messe so großes Interesse rund um das Thema Kalkung begegnete. Unsere Besucherinnen und Besucher konnten am Stand erleben, wie sie die Vitalität ihrer Böden fördern können“, hält Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar fest. Ein besonderes Highlight war der Besuch der FACH.CREATOREN – eine Gruppe von elf technikbegeisterten Agrarinfluencern, die ihre Eindrücke und Erlebnisse direkt auf ihren Social-Media-Kanälen teilten. „Je mehr Landwirtinnen und Landwirte Wissenswertes über die Bedeutung der Kalkung für ihre Böden erfahren, desto besser“, betont Schmithausen.

Instagramreel zu Tag 3 – Field meets Tech: Smart. Soil. Solutions.

Fach.Creator.Event goes AGRITECHNICA 2025 – Smarte Lösungen treffen echte Ackerbauprofis

DLG Spotlight Soil Health auf der Agritechnica

Kalkverband Agrar auf der AGRITECHNICA 2025: Engagement im DLG-Spotlight „Soil Health“ für gesunde Böden und nachhaltige Erträge

Der Kalkverband Agrar ist in diesem Jahr auf der AGRITECHNICA 2025 in Hannover aktiv vertreten und beteiligt sich mit weiteren Partnern am DLG-Spotlight „Soil Health“. Unter dem Leitgedanken „Bodengesundheit sichern – Zukunft gestalten“ informiert der Verband über die zentrale Rolle von Kalk in der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung.

Die AGRITECHNICA, die weltweit größte Fachmesse für Landtechnik, steht vom 9. bis 15. November 2025 im Zeichen innovativer Technologien und agronomischer Lösungen. Das DLG-Spotlight „Soil Health“ bietet dabei eine Plattform, um Forschung, Praxis und Beratung rund um die Förderung gesunder Böden zu vernetzen.

„Bodengesundheit ist die Grundlage einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Mit einer ausgewogenen Kalkversorgung schaffen wir stabile Bodenstrukturen, fördern Bodenleben und sichern langfristig die Ertragsfähigkeit unserer Böden. Bei einer Minimalbodenbearbeitung ist eine ausreichende und regelmäßige Kalkversorgung ein wichtiger Faktor und unterscheidet sich zur konventionellen Bearbeitung, denn die Versauerung beginnt an der Oberfläche“, erklärt Dr. Alexander Schmithausen vom Kalkverband Agrar.

Beim Kalkverband Agrar im Bereich des Gemeinschaftsstands DLG-Spotlight „Soil Health“ können sich Besucherinnen und Besucher zum Thema „minimaler Bodeneingriff“ über die Bedeutung der Kalkung für pH-Regulierung, Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur informieren. Anhand von Praxisbeispielen zeigt der Verband, wie gezielter Kalkeinsatz zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Förderung des Humusaufbaus beiträgt.

https://www.agritechnica.com/de/programm/dlg-spotlights/soil-health

Darüber hinaus beteiligt sich der Kalkverband Agrar an Fachgesprächen und Diskussionsrunden zu Themen wie Vitale Böden für die Zukunft – Praxisinterview zur Grundnährstoffversorgung und Kalkung und „Kalkung Sichtbar gemacht – Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur im Livetest“.

Besuchen Sie uns auf der AGRITECHNICA 2025
📍 DLG-Spotlight „Soil Health“, Halle 24 Stand A15
📅 9. – 15. November 2025, Messe Hannover

 

DLG-Spotlight Soil Health – Halle 24A15

Am Gemeinschaftsstand der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft e. V. (DLG) liegt der Fokus auf dem Boden, welcher für einen erfolgreichen Ackerbau grundlegend ist.

Gemeinsam präsentieren die Fachhochschule Südwestfalen, Saaten-Union, Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, Bayer Crop Science und der Kalkverband Agrar den Besuchern Informationen rund um den Boden. Fragen rund um die Kalkung werden auf dem Messestand unter der Rubrik „Minimaler Bodeneingriff“ thematisiert. 

 

 

 

Besuchen Sie uns vom 09.-15.11.2025 auf der Agritechnica in Halle 24 Stand A15!

Weitere Informationen finden Sie in den nächsten Tagen hier: https://naturkalk.de/about-us/veranstaltungen/agritechnica2025/

Informationen und Veranstaltungen auf den Seiten der DLG: https://www.agritechnica.com/de/programm/dlg-spotlights/soil-health

 

Folgende Fachthemen und Vorträge finden im Rahmen der Agritechnica zum Thema Kalk und Bodenanalysen statt:

👉 Sonntag, 09.11.25 12:00 – 12:25 Uhr / 24A06 DLG Expert Stage

Bodengesundheit – Das Spotlight stellt sich vor

 

👉 Montag, 10.11.25, 12:00 – 12:25 Uhr / 24A06 DLG Expert Stage

Vitale Böden für die Zukunft – Praxisinterview zur Grundnährstoffversorgung und Kalkung

Korbinian Riedl und Dr. Alexander Schmithausen

 

👉 Montag, 10.11.25, 12:30 – 12:55 Uhr / 24A06 DLG Studio Stage

Bodenanalytik im Fokus – was macht Sinn?

Dr. Frank Lorenz, LUFA Nord-West

 

👉 Dienstag, 11.11.25, 14:00 – 14:25 Uhr / 24A06 DLG Studio Stage

Kalkung Sichtbar gemacht – Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur im Livetest

Oliver Borowy

 

👉 Donnerstag, 13.11.25, 11:00 – 11:25 Uhr / 24A06 DLG Expert Stage

Kalkung digital – Effiziente Bewirtschaftung durch teilflächenspezifische Kalkung

Holger Schier und Helmut Billeriß, Fa. Streumaster

 

Natürlich gibt es noch zahlreiche interessante Vorträge auch von unseren Partnern des Spotlight Soil Health –👉 hier.

EU Soil Monitoring Directive

EU Soil Monitoring Directive verabschiedet – Die Bodengesundheits-Richtlinie muss national in den nächsten 3 Jahren umgesetzt werden

Köln, 30.10.2025

 

Der Rat und das Parlament haben die EU-Bodengesundheits-Richtlinie am 29.09.25 bzw. am 23.10.25 offiziell verabschiedet. Dieses erste Gesetz zum Thema Böden wird einen EU-weiten Rahmen für die Bewertung und Überwachung der Bodengesundheit schaffen. Obwohl sein Inhalt abgeschwächt wurde, bleibt es ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Bodengesundheit und wurde von einer großen Mehrheit der Mitgliedstaaten und der Mitglieder des Europäischen Parlaments gebilligt. 20 Tage nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt wird der Text in Kraft treten. National haben die Mitgliedsstaaten nun 3 Jahre Zeit die Richtlinie umzusetzen.

Inwiefern betrifft dies konkret die Bodenversauerung?

Art. 10 “Sustainable Soil Management practices” wurde entfernt. In Annex (Part C: soil descriptors without criteria) wird die Versauerung und der pH-Wert beschrieben.

Die Kalkung wird allerdings nicht direkt als Management Praxis hervorgehoben.

Auf nationaler Ebene müssen Parameter wie pH-Wert allerdings gemonitort werden, womit die Bodenversauerung weiterhin ein Thema sein wird.

Details finden Sie auf der Seite des EU-Parlament.

 

Die Relevanz einer standortgerechten Kalkversorgung im Rahmen der Bodenversauerung wurde bereits im Positionspapier zum Soil Monitoring Law beschrieben: https://naturkalk.de/2023/08/29/eu-soil-health-strategy-positionspapier-der-duengekalk-hauptgemeinschaft/

Kalkverband Agrar – neuer Name der ehemaligen Düngekalk-Hauptgemeinschaft

Aus „Düngekalk-Hauptgemeinschaft“ wird „Kalkverband Agrar“

Ab dem 15. Juli 2025 tritt der bekannte Fachverband rund um die Themen der Kalkung in Landwirtschaft und Forst unter einem neuen Namen auf: Der Kalkverband Agrar ist ab sofort Dreh- und Angelpunkt zu fachlichen Fragen rund um die Kalkung.

Klar, prägnant, stark: Im Zuge zukunftsträchtiger Themen in der Landwirtschaft und im Forstbereich entschied sich die bisherige Düngekalk-Hauptgemeinschaft im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. für einen neuen Namen. Als Kalkverband Agrar im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. kümmert sich die Organisation auch in Zukunft verlässlich um Fragen rund um die Kalkung in der Land- und Forstwirtschaft. Das bekannte Markenlogo „Naturkalk“ bleibt und kann weiterhin von Mitgliedern des Verbandes zu Werbezwecken verwendet werden.

 Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Kalkung

Der Kalkverband Agrar ist eine eigenständige Unterorganisation im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. Seit vielen Jahrzehnten ist er im Interesse seiner Mitglieder für alle Fragen der Kalkanwendung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, einschließlich Futterkalk und Teichwirtschaft tätig.

Der Verband wird von den Gesellschaften und Mitgliedsfirmen getragen, die Düngekalk und Futterkalk (Naturkalk) an die Land- und Forstwirtschaft liefern.
Er vertritt die Mitgliedsfirmen gegenüber Politik, Ministerien, Behörden, Verbänden, Forschungs- und Beratungseinrichtungen im Bereich Land- und Forstwirtschaft – sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Dabei setzt die Organisation auf Fachlichkeit und wissenschaftliche Erkenntnisse, fördert den Dialog mit Expertinnen und Experten und ist gleichzeitig Ansprechpartner für Politik und Praxis.

Unsere Aufgaben im Überblick

  • Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den relevanten Bundes- und Landesministerien (Landwirtschaft – BMELH, Umwelt – BMUKN) sowie mit der EU-Kommission. Damit sind wir zentraler Ansprechpartner für eine praxisgerechte Gestaltung und Weiterentwicklung des Düngemittelrechts und alle Fragen zum Düngemittelrecht sowie der Zulassung für den Bereich Dünge- u. Futtermittel.
  • Wir koordinieren Forschungs- und Versuchsarbeiten auf dem Gebiet der Kalkdüngung in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten.
  • Wir leisten Beratung für die Mitgliedsfirmen und deren landwirtschaftliche Fachberater in allen agrikulturchemischen, ackerbaulichen und bodenkundlichen sowie technischen Fragen zum Düngekalk.
  • Wir stellen den Mitgliedern aktuelle Fach- und Marktinformationen zur Verfügung.
  • Wir vertreten den Nährstoff „Kalk“ in wichtigen Organisationen der Landwirtschaft, in denen aktuelle Fragen der Düngung und wichtiger Regelungen behandelt werden.
  • Im Auftrag des DIN vertreten wir in der Europäischen Normung (CEN) die Interessen der deutschen Düngekalkhersteller bei der Entwicklung von Analysenmethoden und der Festlegung von Produkteigenschaften.
  • Wir leisten zentrale Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungsbeteiligungen (DLG-Feldtage), veröffentlichen Broschüren und Merkblätter zum Thema Düngekalk oder Bodenschutz.
  • Wir registrieren den Kalkzustand der land- und forstwirtschaftlich genutzten Böden und erstellen Prognosen für den langfristigen Kalkbedarf.
  • Wir erfassen die amtliche Düngemittelstatistik und geben durch Interpretation der nationalen und regionalen Düngemittelmärkte Entscheidungshilfen.
  • Wir haben Einfluss auf die Durchführung der Qualitätsüberwachung und beraten in allen Fragen der Produktqualität.

Details zu unseren Aufgaben finden Sie auch hier: https://naturkalk.de/about-us/ziele-und-aufgaben/

Stoppelkalkung nach der Ernte – Landwirte nutzen das Zeitfenster vor der Herbstbestellung

Nach der Ernte der Kulturen bietet sich im betrieblichen Management ein optimaler Zeitpunkt, um eine Kalkungsmaßnahme durchzuführen. Die trockenen Bedingungen im Sommer und die damit verbundene gute Befahrbarkeit der Flächen schaffen gute Voraussetzungen für eine effiziente Kalkung – oft im Zuge der Stoppelbearbeitung. Die Kalkung sollte standortgerecht erfolgen und auf einer aktuellen Bodenanalyse basieren. Ziel ist die Korrektur des pH-Wertes und damit die Verbesserung zentraler Bodenfunktionen. Eine fachgerechte Kalkung leistet einen entscheidenden Beitrag zur langfristigen Praxis im nachhaltigen Ackerbau.

Abbildung 1: Die Kalklagerung ist als Feldmiete bereits vor der Ernte möglich, um anschließend schnell ausbringen zu können. (Bild: Johannes Kamptner)

Die anhaltende Trockenheit in Deutschland stellt viele Landwirte vor große Herausforderungen. Ein positiver Aspekt, die Trockenheit bietet zumindest eine gute Befahrbarkeit der Flächen. Es bestehen zudem Zeitfenster im betrieblichen Ablauf. Eine Stoppelkalkung ist deshalb in diesem Jahr mehr als optimal und bietet eine Chance zur Bodenverbesserung. Die Kalkversorgung der Böden ist neben dem Humusaufbau ausschlaggebend für eine stabile Bodenstruktur, ein aktives Bodenleben sowie für eine optimale Wasserinfiltration und -speicherung. Je schwerer der Boden, desto wesentlicher sind die gute Kalk- und Humusversorgung.

Eine angepasste Kalkung verbessert die Durchwurzelbarkeit des Bodens, erhöht die pflanzenverfügbare Wassermenge und kann dadurch Ertragsminderung in Trockenphasen vorbeugen oder abmildern.

 

Warum Kalkung den Humusaufbau nicht behindert – sondern unterstützt

Kalkung und Humusaufbau werden häufig als unvereinbar angesehen, da Kalk die Mineralisierung organischer Substanz fördert. Entscheidend dabei ist jedoch das richtige Verhältnis. Calcium ist notwendig zur Stabilisierung von Ton-Humus-Komplexen, die wiederum Grundlage für stabile Aggregatstrukturen im Boden sind. Das VDLUFA-Konzept der Ziel-pH-Werte berücksichtigt bereits den Zusammenhang zwischen Humusgehalt und optimalem pH-Wert.

Böden mit hohem Humus- und Kalkgehalt, wie beispielsweise Schwarzerden, gelten als besonders fruchtbar. Dabei zählt nicht nur die Humusmenge, sondern auch dessen Qualität. Um langfristig stabile Erträge zu erzielen, sollten pH-Wert, Humusgehalt und Calciumversorgung im optimalen Bereich gehalten werden. Besonders bei tonreichen Böden (>17 % Ton) ist Calcium für die Flockung von Tonmineralen und die Ausbildung stabiler Bodengefüge unverzichtbar.

Nährstoffverfügbarkeit und pH-Wert

Ein pH-Wert im Bereich von 5,5 bis 7,5 schafft günstige Bedingungen für die Verfügbarkeit von Haupt- und Spurennährstoffen.ie Die Nährstoffnutzungseffizienz – insbesondere von Stickstoff und Phosphor – kann durch eine gezielte Kalkung erheblich verbessert werden.

Abbildung 2: Darstellung Ton-Humus-Komplex (B. Meyer und Kalkverband Agrar)

Der pH-Wert als eine der wichtigsten Bodenzustandsgrößen sowohl chemische, physikalische und biologische Eigenschaften des Bodens beeinflusst und steuert maßgeblich die Löslichkeit von Pflanzennährstoffen. Eine bedarfsgerechte Kalkung trägt somit wesentlich zur Ausschöpfung des Ertragspotenzials bei.

Darüber hinaus hat Kalk weitere Wirkungen: Er optimiert die Kationenbelegung der Austauscherkomplexe, fördert die Aktivität des Bodenlebens, kann die Kohlenstoffspeicherung im Boden positiv beeinflussen und liefert wertvolle Nährstoffe wie Calcium und Magnesium.

 

Handlungsempfehlung Praxis – Was ist zu beachten?

Bodenanalyse und Bedarfsermittlung:

Regelmäßige Bodenanalysen im Rhythmus von 3 bis 4 Jahren bilden die Grundlage jeder Kalkungsmaßnahme. Die Einteilung erfolgt nach der VDLUFA-Klassifizierung. Die empfohlenen Kalkmengen werden üblich mit einer Ausbringung für mehrere Jahre erledigt. (Die Kosten können auf mehrere Jahre angerechnet werden.) Experten tendieren zunehmend zu häufigeren Ausbringungen mit kleineren Kalkmengen.
Auf der Website https://naturkalk.de/kalkrechner/  kann der Kalkbedarf ermittelt werden, wenn Bodenart, Humusgehalt und aktueller Ausgangs-pH-Wert bekannt sind.

Tabelle 1: Einteilung der Versorgungsstufen zur Kalkung nach dem VDLUFA-Schema.

Eine schlagkräftige Ausbringtechnik ermöglicht eine Kalkung unmittelbar nach der Ernte und vor der Herbstbestellung. (Bild: Althausen Agrarservice GbR)

Zeitpunkt der Kalkung

„Kalken wenn der Boden trägt“: Dies ist in der Regel die Stoppelkalkung im Sommer/Herbst. Aber auch im Winter bei Frost oder im Frühjahr sind Kalkungen vor der nächsten Aussaat üblich.
Besonders vor Kulturen mit höherem pH-Wert-Bedarf wie Raps, Zuckerrübe, Gerste oder Leguminosen ist eine vorherige Kalkung empfehlenswert.
Rechtzeitige Planung und Organisation, um kurzfristige Engpässe bei Lieferung und Ausbringung zu vermeiden.

 

 

 

 

Kalkdüngertypen und Qualität:

Je nach gewünschter Wirkgeschwindigkeit stehen verschiedene Kalkformen zur Verfügung:

  • Schnell wirksam: Branntkalk, Mischkalk
  • Mittelfristig wirksam: Feinst vermahlene Kalke (< 0,1 mm), Carbokalk, Konverterkalk
  • Magnesiumversorgung: Kohlensaure Magnesiumkalke

Auch kombinierte Produkte mit Phosphor- oder Schwefelgehalten sowie granulierte Varianten sind erhältlich. Bei der Auswahl sind Neutralisationswert, Reaktivität, Sieblinie und das DLG-Gütesiegel beachten. Lagerung und Ausbringtechnik erfolgen meist über den Agrarhandel oder Lohnunternehmer.

Für die Kalkwirkung ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern auch die chemische Bindungsform des eingesetzten Düngers. Je nach Verbindung variiert die tatsächliche CaO-Wirkung erheblich. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bindungsformen und deren relevanten Wirksamkeit (CaO-Äquivalente):

Tabelle 1: Bindungsformen und CaO-Gehalt von Kalkprodukten

Bindungsform (Äquivalent) Produkte CaO (in kg)
CalciumOxid (CaO) Branntkalk 1,00
CalciumCarbonat (CaCO3) Kalkstein 0,56
MagnesiumCarbonat (MgCO3) Magnesit 0,66
Dolomit (CaMgCO3) Dolomit 0,6
MagnesiumOxid (MgO) Magnesia 1,39
CalciumHydroxid (Ca(OH)2) Kalkhydrat 0,75
CalciumSilikat (CaSiO2) Konverterkalk 0,48
CalziumSulfat (CaSO4) Gips *) 0

*) Die sulfatische Bindungsform von Calcium (Gips) ist nicht basisch wirksam, da nicht die zweiwertigen Kationen (Ca2+ und Mg2+) die basische Wirkung bringen, sondern die Bindungsreste Hydroxyd (OH) und Carbonat und CO3. Daher ist Gips auch kein Düngekalk, sondern ein Calcium- und Schwefeldünger.


Kalkungskosten

Die Kalkungskosten richten sich nach Typ, Menge, Qualität, Transport und Ausbringung (Preissumme ”frei Acker”). Der Kalkbedarf wird üblicherweise in kg/ha CaO ermittelt, der Preis meist in €/t Ware angegeben. Eine Umrechnung anhand des Neutralisationswerts ist für die Vergleichbarkeit notwendig.

gegeben gesucht Faktor
CaO CaCO3 1,785
CaCO3 CaO 0,560
MgO MgCO3 2,092
MgCO3 MgO 0,478
MgO CaO 1,391
CaO MgO 0,719

Beispielrechnung:

Eine Erhaltungskalkung mit 17 dt CaO/ha bei einem Gehalt von 50,4 % CaO ergibt: 17 / 0,504 x Preis je dt = €/ha

Abbildung 3: Effiziente Ausbringtechnik und gute Befahrbarkeit bei trockenen Bedingungen (Bild: Sophie Stoltenberg)

Wirkmechanismus im Boden

In Böden mit natürlichen Calcium- oder Magnesiumcarbonaten wirkt das Carbonat-Puffersystem, das bei pH >6,5 aktiv ist. Fehlen diese Carbonate, übernehmen austauschbare Kationen (Ca2+, Mg 2+) die Pufferung – jedoch mit geringerer Kapazität. Unter pH 4,2 zerfallen Tonminerale, es entstehen wurzeltoxische Aluminiumionen. Kalkung schützt den Boden also vor Degratationsprozessen und fördert dessen Regenerationsfähigkeit.

Magnesiumversorgung

Je nach Kultur werden zwischen 20 und 60 kg MgO/ha entzogen. Hackfrüchte, Mais und Sonderkulturen zeigen einen erhöhten Magnesiumbedarf, der nicht immer über Stallmist, Gülle oder Bodennachlieferung gedeckt werden kann. Auf magnesiumarmen Böden – häufig leicht und sauer – sollten deshalb magnesiumhaltige Kalke eingesetzt werden. Kohlensaure Magnesiumkalke stehen in verschiedenen Siebungen zur Verfügung. Trotz gelegentlicher Befürchtungen gibt es derzeit keine gesicherten Hinweise auf schädliche Wirkungen hoher Magnesiumgehalte. Beobachtete Effekte scheinen bodenartspezifisch zu sein (z.B. Bei tonreichen, schwer bearbeitbaren Böden) und werden derzeit weiter untersucht.

Nährstoffentzüge (kg/ha) durch Ernteprodukte:

  Haupternteprodukt

z.B. Korn

Nebenernteprodukt

z.B. Stroh, Kraut

  dt/ha CaO MgO dt/ha CaO MgO
Weizen 100 10 20 80 36 16
Gerste 80 8 16 72 33 14
Raps 45 28 23 70 129 21

Quellen: Werte LWK NRW; Kalkverband Agrar

Fazit

Der Kalkverband Agrar weist darauf hin, dass bedarfsgerechte Kalkung ein zentrales Element des nachhaltigen Pflanzenbaus ist. Sie verbessert pH-Wert, Bodenstruktur, Nährstoffverfügbarkeit und das Wasserhaltevermögen. Wer langfristig stabile Erträge erzielen will, muss auf eine ausgewogenen Kalk- und Magnesiumversorgung achten. Gerade in trockenen Jahren sollten die guten Befahrbarkeitsbedingungen für eine standortangepasste Stoppelkalkung genutzt werden – auch wenn wirtschaftliche Engpässe zu Einsparungen verleiten. An der Grunddüngung sollte nicht gespart werden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Boden, Klima, Wasser sind aktuelle Themen, die auch der Kalkverband Agrar berücksichtigt. Denn eine standortgerechte Versorgung der Böden mit Kalk sorgt für optimale Boden-pH-Werte. Die Rolle einer bedarfsgerechten Kalkung wird im Folgenden weiter vertieft und in einem anschaulichen Video erklärt: Naturkalk für klimastabile Böden

Im vergangenen Jahr haben wir bereits ausführlich über die effiziente Wasserspeicherfähigkeit von Böden in der Landwirtschaft berichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltwassertag 2025 – Boden, Klima, Wasser

Zum diesjährigen Weltwassertag am 22. März jeden Jahres liegt der Fokus auf der „Erhaltung der Gletscher“. Ein Thema, welches vor allem mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht wird. Die Landwirtschaft und Forstwirtschaft und deren Flächengrößen in Deutschland dienen hierbei als Wasserspeicher und -filter im Rahmen der Trinkwassergewinnung.

Der Wasserkreislauf beginnt mit den Niederschlägen und endet im Grundwasser, welches auch unser Trinkwasserspeicher ist. Wichtiger Faktor in diesem Kreislauf sind unsere Böden, vor allem die Wälder und landwirtschaftliche Flächen sind ein großer Wasserspeicher.

Boden, Klima, Wasser sind aktuelle Themen, die auch die Düngekalk-Hauptgemeinschaft berücksichtigt. Denn eine standortgerechte Versorgung der Böden mit Kalk sorgt für optimale Boden-pH-Werte. Die Rolle einer bedarfsgerechten Kalkung wird im Folgenden weiter vertieft und in einem anschaulichen Video erklärt: Naturkalk für klimastabile Böden

Quelle: iStock.com/Gligatron

Die Häufigkeitsverteilungen von Niederschlägen, d.h. zu welchem Zeitpunkt wie viel Regen fällt, sind für die Land- und Forstwirtschaft über das Jahr hinweg von Bedeutung. Hier gilt es auch zukünftig Herausforderungen zu meistern und neue Lösungen zu finden.

Im vergangenen Jahr haben wir bereits ausführlich über die effiziente Wasserspeicherfähigkeit von Böden in der Landwirtschaft berichtet:

Vom 25.-27. März 2025 findet in Celle eine Tagung des KTBL (Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V.) zum Thema „Landbewirtschaftung – mit Wasser haushalten“ statt.

 

 

Kalkung von Teichen und Gewässern

Aber auch stille Gewässer wie Teiche und Seen sind große Wasserspeicher und haben einen Klimaeffekt. Bei der Verdunstung von Wasser sorgen sie großflächig für einen Kühlungseffekt und es wird beispielsweise Wasser aufgefangen und wieder abgegeben (Regulierung des Grundwasserspiegels und oberflächlich abfließendes Wasser).

Regelmäßiges Kalken gehört zu den Grundlagen einer rentablen, aber auch ökologischen Teichbewirtschaftung. Wird das Teichwasser beispielsweise zu sauer oder erwärmt sich zu stark, bilden sich Algen und das Seuchenrisiko für darin lebende Fische kann steigen. Wird die pH-Wert-Regulierung des Wassers vernachlässigt, „kippt das Wasser sprichwörtlich irgendwann um“ und auch der Sauerstoffgehalt im Wasser reicht für Lebewesen wie Fische nicht mehr aus.

Somit beseitigt Kalk Säureschäden und aktiviert die Teichböden. Die Teiche werden fruchtbarer und sauerstoffreicher und zugleich durch die Abtötung von Krankheitserregern desinfiziert. Die faulenden organischen Stoffe setzen sich im kalkreichen Teichwasser schneller auf dem Boden ab und wandeln sich rasch um. Das Kennzeichen fruchtbarer Teiche sind pH-Werte im Teichboden zwischen pH 6,5 und 8,5. Der pH-Wert des Teichwassers wird durch den Gehalt an gelöstem Kalk und durch die bei den Umwandlungsprozessen der organischen Substanz sowie durch die Tätigkeit der Wasserpflanzen sich stets neu bildende Kohlensäure bestimmt. Der Gehalt an CaO sollte im Teichwasser mindestens 42 mg je Liter betragen – das sind 630 kg gelöster Kalk je Hektar Teichfläche bei 1,5 m Wassertiefe.

Weiterführende Informationen zum Weltwassertag finden Sie hier:

Wald als Wasserspeicher – zum Tag des Waldes

Kalkeinsatz in Gewässern – Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V.

https://www.weltwassertag.com/

Grünland: Jetzt den Kalkhaushalt überprüfen

Zur Produktion von hochwertigem Grundfutter wird das Grünlandmanagement immer wichtiger. Wir zeigen Ihnen, warum die Kalkversorgung großen Einfluss auf die Grünlandnarbe hat und was Sie bei der Ausbringung von Kalk beachten sollten.

Gesundes Grünland gibt es nur mit Kalk

Vor allem zu Saisonbeginn 2024 waren viele Flächen noch nicht befahrbar und ein Striegeln und Nachsaat der Flächen war regional schlichtweg nicht möglich. In der kommenden Saison 2025 kann die zeitliche Abfolge vielleicht besser ausfallen und es sollte neben allen weiteren Maßnahmen die Kalkung nicht vergessen werden.

Da auch Grünland immer häufiger als reine Schnittnutzung dient, sind Verdichtungen vor allem bei ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht zu unterschätzen. Zeigerpflanzen für Verdichtungen und Staunässe können hierfür wertvolle Hinweise geben.

Um die Böden zu stärken, ist eine Versorgung mit den Grundnährstoffen wie Calcium, Magnesium, Phosphor und Kalium essenziell für einen gesunden Bestand. Auch der richtige pH-Wert spielt eine große Rolle für die Zusammensetzung des Pflanzenbestandes und ein gutes Anwachsen. Kalk verbessert zudem die Bodenstruktur und beeinflusst das Porenvolumen und somit die Wasserspeicherkapazität positiv. Effekte, die den Boden damit auch tragfähiger für schwere Maschinentechnik machen. Deshalb sollte der pH-Wert bei Grünland mindestens im Bereich der Düngungsempfehlungen (Versorgungsstufe C, VDLUFA) liegen. In der Praxis haben sich feine Kalke bewährt, da so eine optimale Durchmischung im Boden durch das Niederschlags- und Sickerwasser erfolgen kann. Übrigens: Wenn die Befahrbarkeit wieder gegeben ist, kann eine Grünlandkalkung auch im Herbst erfolgen.

Versorgungszustand der Böden

Viele Grünlandflächen in Deutschland sind unterversorgt mit Kalk. Sie befinden sich in den Versorgungsstufen A und B (VDLUFA-Schema Kalk), den beiden niedrigsten Stufen (A-E). In Untersuchungen der FH Südwestfalen wiesen über 60 % der untersuchten Flächen eine teils deutliche Bodenversauerung auf.

Grund dafür: Jährlich können im Grünland 300 kg CaO (auf bindigen Böden sogar 450 kg/ha) ausgewaschen werden. Um ein weiteres Absinken des pH-Wertes zu verhindern, müssen dann mindestens 2,5 bis 3 dt/ha CaO jährlich ausgebracht werden. Dies entspricht einer Menge von 5 bis 6 dt/ha kohlensaurem Kalk. Erste Schadzeichen sind meist in Bodensenken sichtbar, weil hier die jährliche Kalk-Auswaschungsrate weit überschritten wird. Kalkmangelpflanzen sind durch ein gehemmtes Wurzelwachstum zu erkennen. Futterbaulich hochwertige Gräser mögen es ebenfalls nicht sauer!

Zahlen und Fakten

Die eingangs beschriebene Grünlandnutzung wurde auch in einem Projekt der Fachhochschule Südwestfalen untersucht. Fokus war der Bodenzustand und dessen Bodenschadverdichtungen von Dauergrünlandflächen in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass auf den 100 untersuchten Flächen über alle Bewirtschaftungssysteme hinweg eine ungenügende Versorgung der Böden mit Kalk vorliegt. Über 60 % der untersuchten Flächen wiesen eine teils deutliche Bodenversauerung auf!

Tab. 1:             Übersicht der mittleren pH – Werte im Oberboden, in Abhängigkeit zur Bodenart

Versorgungsstufe A und B* Versorgungsstufe C* Versorgungsstufe D*
Anzahl                         Flächen 32 15 4
Anteil                         (in %) 62,8 % 29,4 % 7,8 %

* Einteilung nach VDLUFA-Schema

„Erste Maßnahmen im Grünlandmanagement sollten eine standortangepasste Kalkung versauerter Standorte in Kombination mit Humusaufbau sein“, so der Experte Philipp Rüther der FH Südwestfalen.

Ähnliche Ergebnisse sind auch für Deutschland im Rahmen der Bodenzustandserhebung vom Thünen-Institut bekannt. In der folgenden Grafik wird auf Grundlage der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE LW) die Kalkungsbedürftigkeit von Grünland dargestellt. Nach Einteilung des VDLUFA-Schemas bedeutet dies der Kalkbedarf nach Bodenarten. Vor allem auf den leichten bis mittelschweren Böden ist eine Gesundungskalkung empfohlen (orange). Nur ein geringer Anteil der Standorte ist nicht kalkungsbedürftig (grün).

Kalkbedarf verschiedener Bodenarten unter Grünland in Deutschland_Quelle Tünen-Report 64, 2018

Kalk richtig ausbringen

Die Höhe der Kalkdüngung ist vom analysierten pH-Wert und der Bodenart abhängig. Generell gilt die Faustregel: Die für Grünland empfohlenen pH-Werte sind etwa eine Stufe niedriger als bei Ackerland. Dies geht von leichten Standorten auf Sand mit pH 5,0 bis hin zu pH 6,3 auf schweren, tonigen Böden. Wertvolle Futtergräser, z. B. mit Kleeanteil, mögen höhere pH-Werte im Bereich von 6,0 bis 7,5.

Auf Grünland und im Feldfutterbau wird durch eine Frühjahrskalkung die Basis für ein calciumreiches und schmackhaftes Futter gelegt. Mangelt es an Kalk, beeinflusst dies indirekt auch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere.

Empfehlenswert für die Grünlandkalkung sind kohlensaure Kalke (möglichst mit Magnesium), da somit eine langsame und nachhaltige Wirkung erzielt werden kann. Die Ausbringung kann mit üblichen Teller- oder Schleuderstreuern erfolgen.

Abb. 1: Grasnarbe mit zu niedrigem pH-Wert

Mangel erkennen

Der wichtigste Hinweis auf einen Kalkmangel ist der pH-Wert, welcher als Standard-Parameter für jede Bodenprobe ermittelt wird. Auch eine Begutachtung des Bodens mittels Spaten (obere 30 bis 50 cm) und Stichproben mit einem pH-Meter können erste Anzeichen geben, ob die physikalischen Eigenschaften hinsichtlich Aggregatstabilität und Krümelstabilität gegeben sind. Es sollten lockere, runde Aggregate zu sehen sein. Kalkmangel äußert sich als erstes im A-Horizont, die Erde ist hier klebrig, plattig mit glatten Bruchstellen (siehe Abb. 1).

 

Warum versauern Böden?

Böden sind zum einen natürlichen Prozessen unterworfen, die eine Versauerung begünstigen, und zum anderen sorgen auch durch den Menschen verursachte Einflüsse für eine Absenkung des pH-Werts. Karbonate kommen geologisch bedingt auf natürliche Weise im Boden vor und sorgen für eine Neutralisierung von Säuren im Boden. Karbonat als wasserlösliches Element wird allerdings durch den Niederschlag ausgewaschen. Damit steht dieser nicht mehr zur Neutralisierung von Säuren zur Verfügung und die Böden versauern damit auf natürliche Weise.

Der an Bodenart und Humusgehalt angepasste pH-Wert ist entscheidend für ein stabiles Bodengefüge. Bei mangelhafter Kalkversorgung sinkt zudem die Basensättigung. Vor allem Ca2+ und auch Mg2+ werden am Bodenaustauscher durch die sauren Kationen H+ und Al3+ ersetzt. Dadurch bedingt, zerfallen die Aggregate durch Peptisation in ihre Grundbestandteile, sie gehen von günstiger Aggregierung in ungünstige und druckempfindliche Bodengefügeformen über. Die Konsequenzen sind Verdichtung und Verschlämmung des Bodens. Kalkung verbessert die Basensättigung mit Ca2+ und Mg2+ erhöht die Stabilität der Bodenaggregate und schafft somit auch bessere Lebensbedingungen für die Bodenlebewelt.

Somit möchten wir darauf hinweisen, dass die Abpufferung der zunehmenden Bodenversauerung für viele Böden einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels darstellt.

 

Vorteile der Kalkdüngung

  • Nährstofflieferung
    • Calcium
    • Magnesium
    • ggf. weitere (P, K, Mg, S, Na)
  • Regulierung des Basenhaushaltes
    • pH-Wert im Boden
    • Festlegung von Schadstoffen
    • Mobilisierung von Pflanzennährstoffen
  • Stabilisierung der Bodenstruktur
    • Bildung und Festigung der „Kartenhausstruktur“
    • Bildung von Primär- und Sekundäraggregaten
    • Verklebung und Verkittung von Porenwinkeln
  • Förderung des Bodenlebens
    • Flora
    • Fauna
  • Regulierung des Humushaushaltes
    • Humusformen (Dauer-, Nährhumus)
    • Humusart (Mull, Moder, Rohhumus)

 

Rüther, P. und Weyer, Th. (2024): Vorsorge ist besser als Nachsorge. Artikel über Strukturschäden bei Grünlandböden, Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, Landwirtschaftsverlag Münster, S. 26-28.